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die dinge mit den augen des blinden sehers

Archiv für die Kategorie ‘Lifesteil’

Musikwarnung: Hochzeit in Moll

Verfasst von theiresias am 12. August 2009

Frage: Wie viele der Ehen, deren kirchliche Schließung Theiresias musisch betreute, wurden bereits wieder geschieden? Erhebungen konnte Theiresias bis jetzt nicht anstellen, die Frage scheint ihm jedoch berechtigt. Eine Musikerin bzw. ein Musiker muss sich unbedingt fragen, ob das Erzeugnis seines Handwerks denn wirklich erfreut, wie ja bei solchen Anlässen beabsichtigt.
Zumal die musikalische Gestaltung einer kirlichen Trauung wiederum den Kirchenmusiker, vermutlich auch die Kirchenmusikerin, überhaupt nicht erfreut. Deutsche Paare sind was die Musikauswahl bei Ihrer Trauung angeht stereotyp fixiert. Wenn es ganz schlimm kommt, sind beide Hochzeitsmärsche (Wagner und Mendelssohn) zu spielen. Gesungen werden in der Regel folgende Lieder: Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, Großer Klotz wir hobeln Dich, Herr Deine Liebe ist wie Gras und Mäusespeck und Danke für diesen guten Morgen (in diversen Umdichtungen, die dann schonmal bis zu sieben Strophen umfassen). Lieder, die nicht generell schrecklich oder schön sind, deren Text aber immerhin etwas schönes freudiges beinhaltet, so dass die Melodien recht schmissig dahinzuspielen sind. Es ist ihnen durchaus nicht abzusprechen, dass sie sämtlichst die Qualitäten gut gearbeiteter Gassenhauer aufweisen. Dies wissend, hat die geneigte Kirchenmusikerin bzw. der geneigte Kirchenmusiker den status quo zu akzeptieren.

Nun erfreuen sich aber seit gefühlten Ewigkeiten auch die Gesänge der Bruderschaft in Taizé ungebremster Beliebtheit. Einfach gehaltene 4stimmige Gesänge, deren Harmonik mal abgesehen von einigen effektvollen Doppeldominanten gepaart mit so manchen Vorhalten und gewürzt mit schwülstigen Quartsechstakkorden grundständige Kadenzmuster nicht überwinden. Viele dieser Gesänge wirken meditativ bis einschläfernd (sicherlich eine Geschmacksfrage), was dadurch bestärkt wird, dass sie so lange zu wiederholen sind, bis sie sich den Singenden in die Synapsen eingebrannt haben. Doch auch diesen Gesängen will Theiresias ihren effektvolle Schnulzigkeit zugestehen, ja sie sind dafür sogar zu loben. Die Musiker in Taizé sind gewissermassen the kings of Spiritual Easy Listening in Europe. Nun gehört ja Theiresias zu den RadiohörerInnen, „die Easy Listening nicht auf die leichte Schulter nehmen“. Folglich lauscht er, wann immer möglich, Götz Alsmanns allmontäglicher Radiosendung (20:05 Uhr, WDR 4, Go Götz Go). Somit ist es für ihn natürlich eine Binsenweisheit, dass Moll die besser Easy-Listening-Tonart ist. Überrascht es da, dass etliche der von den Kings of Spiritual Easy Listening verfassten Songs, sich dieses Modus und seiner reichhaltigen Möglichkeiten bedienen? Man sollte es diesen Meistern nicht vorwerfen.

Ist aber nun Moll die geeignete Klangfarbe für eine Kirchliche Trauung? Was bedeutet dies für die Ehe. Langeweile schon vor dem verflixten siebten Jahr? Scheidung durch musisch intendierte Traurigkeit vorausbestimmt?

Verstehen Sie Theiresias nicht falsch: Natürlich darf es auch in einem Traugottesdienst ruhige und meditative Momente geben, die durchaus mit den Gesängen aus Taizé gestaltet werden können.
Solange jedoch die Frage ungeklärt ist, welchen Einfluss die Kirchenmusik auf die Beständigkeit der Ehe hat, rate ich von Taizé am laufenden Meter ab. Es ist nicht auszuschließen, dass diese Art der musikalischen Gestaltung zu nachhaltigen, bleibenden, trennenden und somit teuren Umständen führen kann.

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Rettet die Warenhäuser

Verfasst von theiresias am 10. Juni 2009

Schließt Ebucht und Azamon die digitalen Türen und kauft lieber teuer bei Karlstadt. Denn was tun ohne Warenhäuser? Außerdem, Euer Mitleid kann sich das demnächst freigesetzte Personal an den Hut schmieren.

Eine andere Frage, werte Leserin, werter Leser: Haben Sie kürzlich einmal versucht, in irgendeiner der blühenden Innenstädte eine Dichtung für ihren Wasserhahn, ein Ausflusssieb, einen Hemdknopf oder ein Bügelbrett zu kaufen? Ist ihnen noch nie während des Frühjahrsputzes der Staubsauger verreckt oder lassen Sie den Dreck einfach liegen, bis sie das Geld an ihren Ebucht-Verkäufer überwiesen haben und dieser geruht, ihnen das superbillige Saugerschnäppchen 3 Tage später auch mal zu schicken? Brauchten Sie noch nie auf den letzten Drücker eine Badehose mit der man sich am Strand auch sehen lassen kann?
Wenn Ihnen diese oder ähnliche Szenarien unbekannt sind, dann können Sie Theiresias nicht verstehen. In Kürze werden die Hertie-Filialen dichtgemacht. Früher hieß Hertie in Minden an der Weser, hier verlebte Theiresias seine Kindheit, mal Karstadt. Die Filiale war jedoch zu klein, also wurde sie – wie viele andere – in Hertie umbenannt, um dann verramscht werden zu können, so dass man nun letztendlich den Laden einstampfen kann. Unvorstellbar, die ganze Jugend des blinden Sehers hätte ohne dieses Warenhaus nicht funktioniert
Nun will Theiresias hier in keine Kaufhausromantik verfallen. Im Gegentum. Er selbst scheut sogar oft den Gang zum Karlsruher Karlstadt, da er sich in dem verwinkelten Gebäude und den unterirdischen Katakomben regelmäßig verirrt und entweder fluchend oder nur unter dem Geleit eines freundlichen ihm bis dato völlig unbekannten Wesens das Tageslicht wieder erblickt. Trotz dieser Widrigkeiten empfindet er es als ein Stück Lebensqualität im Zentrum einer Stadt ein Warenhaus zu haben, durch das er auf dem Nachhauseweg nur mal ein wenig irren muss, um abends wieder Bügeln und am kommenden Morgen wieder anständig duschen zu können. Und deswegen gibt er hier auch gerne mal 2 Euronen mehr für eine CD, 15 Euronen mehr für einen Staubsauger und geschlagene 30 Euronen für eine Badeshorts hin.
Am Freitag wird Theiresias wieder zu Karlstadt laufen und sich neu einkleiden. Er braucht dringend eine neue Krawatte und ein neues Shirt, beides mit Pinguinmotiven bitte.

Schließt Ebucht und Azamon die digitalen Türen und kauft lieber teuer bei Karlstadt. Denn was tun ohne Warenhäuser? Außerdem, Euer Mitleid kann sich das demnächst freigesetzte Personal an den Hut schmieren.

Eine andere Frage, werte Leserin, werter Leser: Haben Sie kürzlich einmal versucht, in irgendeiner der blühenden Innenstädte eine Dichtung für ihren Wasserhahn, ein Ausflusssieb, einen Hemdknopf oder ein Bügelbrett zu kaufen? Ist ihnen noch nie während des Frühjahrsputzes der Staubsauger verreckt oder lassen Sie den Dreck einfach liegen, bis sie das Geld an ihren Ebucht-Verkäufer überwiesen haben und dieser geruht, ihnen das superbillige Saugerschnäppchen 3 Tage später auch mal zu schicken? Brauchten Sie noch nie auf den letzten Drücker eine Badehose mit der man sich am Strand auch sehen lassen kann?

Wenn Ihnen diese oder ähnliche Szenarien unbekannt sind, dann können Sie Theiresias nicht verstehen. In Kürze werden die Hertie-Filialen dichtgemacht. Früher hieß Hertie in Minden an der Weser, hier verlebte Theiresias seine Kindheit, mal Karstadt. Die Filiale war jedoch zu klein, also wurde sie – wie viele andere – in Hertie umbenannt, um dann verramscht werden zu können, so dass man nun letztendlich den Laden einstampfen kann. Unvorstellbar, die ganze Jugend des blinden Sehers hätte ohne dieses Warenhaus nicht funktioniert

Nun will Theiresias hier in keine Kaufhausromantik verfallen. Im Gegentum. Er selbst scheut sogar oft den Gang zum Karlsruher Karlstadt, da er sich in dem verwinkelten Gebäude und den unterirdischen Katakomben regelmäßig verirrt und entweder fluchend oder nur unter dem Geleit eines freundlichen ihm bis dato völlig unbekannten Wesens das Tageslicht wieder erblickt. Trotz dieser Widrigkeiten empfindet er es als ein Stück Lebensqualität im Zentrum einer Stadt ein Warenhaus zu haben, durch das er auf dem Nachhauseweg nur mal ein wenig irren muss, um abends wieder Bügeln und am kommenden Morgen wieder anständig duschen zu können. Und deswegen gibt er hier auch gerne mal 2 Euronen mehr für eine CD, 15 Euronen mehr für einen Staubsauger und geschlagene 30 Euronen für eine Badeshorts hin.

Am Freitag wird Theiresias wieder zu Karlstadt laufen und sich neu einkleiden. Er braucht dringend eine neue Krawatte und ein neues Shirt, beides mit Pinguinmotiven bitte.

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Fundsache: Lang Lang und Ballerspiele

Verfasst von theiresias am 1. April 2009

Manchmal findet Theiresias Zeitungen, die er als Informationssüchtiger natürlich umgehend liest. So auch vor ein paar Tagen in der S-Bahn. Dort lag das lokale Verdummungsblättchen, das mit einer kleinen Meldung die Leserschaft darüber unterrichtete, der Starpianist Lang Lang habe alle gewaltverherrlichenden Spiele von seiner Spielekonsole gelöscht. Die habe der Künstler früher gespielt, um sich zu entspannen. Natürlich versämte es die Qualitätszeitung nicht, die Spielekonsole exakt beim Produktnamen zu nennen.
Theiresias fand bis jetzt eigentlich immer das Klavierspielen sehr entspannend, wird sich aber jetzt gewaltverherrlichende Spiele anschaffen.

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Auf der Pirsch

Verfasst von theiresias am 3. Januar 2009

Rehe im Mindener Bruch

Das Jahr begann für Theiresias mit einem visuellen Ereignis der Extraklasse. Er sah erstmalig in seinem Leben lebendige Rehe live und in Farbe vermittels seines Spekuliereisens im Handtaschenformat. Auch wenn er für die Details zum Lexikon greifen muss, erstaunten Theiresias besonders die leichtfüßigen, grazilen und weiten Sätze, mit denen diese putzigen Tierchen durch die Wiesen huschen.
Natürlich griff Theiresias auch zur Digiknipse, um seinen geneigten LeserInnen die Tierchen zu zeigen. Allerdings dürften Sie, werte LeserInnen, auf der Fotographie nicht mehr erkennen als der schwachsichtige Seher in der Realität.

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Ich gratuliere …

Verfasst von theiresias am 5. November 2008

… nicht etwa Barack Obama zur gewonnen Präsidentschaftswahl. Nein, ganz ehrlich, ich hatte ja gehofft, diese Obamanie sei so ein Wahlkampfding gewesen. Aber was da heute morgen aus dem Radio strömte, war eigentlich schier unerträglich, schleimig, gefühlsduselig, zum Widerkäuen. „Das ist ein Amerika, das wir bis jetzt nicht gesehen haben“, meinte beispielsweise Rainer Bütikofer im Gespräch mit dem Deutschlandfunk. Da glotzte ich dann doch etwas blöd (was ja nicht schlimm ist, wenn man allein lebt), denn bis jetzt hat man von Barack Obama hier zu Lande doch nur Wahlkampf gesehen. Und das sich an Amerika, also allen Amerikanern, jetzt quasi über Nacht was geändert haben soll, das will man den Amerikanern nun auch irgendwie nicht wünschen.
Aber zurück zu meiner Gratulation: Ich gratuliere natürlich Krokowski zur gewonnenen Wette. Werde mich direkt dem Erlernen des vereinbarten Textes hingeben. Nachdem ich Obamas Siegesrede in Ausschnitten gehört habe, Frage ich mich, wie sich die Verse vorgetragen mit Obama-Habitus machen würden?

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„Also lautet ein Beschluß, …“

Verfasst von theiresias am 24. Oktober 2008

… dass gewettet werden muss. Diese textliche Verunglimpfung ist so bekloppt, dass ich mich nicht trauen würde, sie drüben im Gelegenheitsgedicht zu bringen. Aber hier, in diesem kreativen Niemandsland erlaube ich mir derlei Goldene-Hochzeits-Verschen ohne rot zu werden.
Außerdem stimmen sie ja. Denn zum wiederholten Male erliege ich meiner Wettsucht und nachdem Krokowskis und meine letzte Wette doch ein wenig daneben ging und wir beide unbefriedigt vondannen zogen, haben wir uns diesmal einen eindeutigeren Wettgegenstand ausgesucht: das Ergebnis der amerikanischen Präsidentschaftswahlen.
Krokowski wettet, Obama gewinnt. Theiresias wettet, McDingsbums gewinnt. Beachtet man alle Prognosen sorgfältig, ist natürlich jedem klar, dass Theiresias diese Wette haushoch gewinnen wird. Viele werden Theiresias jetzt schelten, wie er auf so einen alten, dementen irrationalen und gefährlichen Mann setzen kann. Was die Amerikaner seit Jahren können, kann Theiresias selbstverständlich auch.
Krokowski wird, nachdem sie diese Wette erneut verloren hat, den Lehrer-Lämpel-Streich auswendig lernen und bei unserem nächsten Treffen zum Besten geben. Damit geht für Theiresias ein Kindheitstraum in Erfüllung: seine eigene Vorlesekraft. Solche Vorzüge genossen immer nur die Blinden, die vortäuschten, keinen Computer bedienen zu können. Also ich freu’ mich jetzt schon.

Eines noch: Meine lieben amerikanischen Freunde, ich will Euch ja nicht beeinflussen, wen Ihr wählen sollt, aber macht es bitte diesmal richtig und eindeutig. Nicht dass mir wieder irgendwer ankommt, man müsse da nochmal nachzählen.

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Loefl-Test-Examen

Verfasst von theiresias am 11. Oktober 2008

Wenn irgendein Fernsehsender in Zukunft YoghurtexpertInnen braucht (man denke nur an die chinesische Milchkrise), sollte dieser unbedingt Krokowski fragen. Ja der Yoghurt scheint diese sympathischsten aller kreativ Verrückten wirklich sehr zu beschäftigen. Sehr lobenswert findet es Theiresias, dass Krokowski das Thema nun populärwissenschaftlich angeht und den Loefl-Test ausschreibt. Dieser lautet wie folgt:

Aufgabe im Loefl-Test: „Schreiben Sie ein Essay (ca. 300 Wörter) über folgende Frage: ,“Ist es besser, den Yoghurt mit einem großen oder mit einem kleinen Loefl zu essen?“

Folgenden Beitrag reicht Theiresias hiermit ein:

Yoghurt wird in verschiedenen Gefäßen unterschiedlicher Größe angeboten. Die Öffnungen dieser Gefäße weisen wiederum unterschiedliche Größen auf. Wir unterscheiden fortan zwischen Klein- und Großgefäßen. Das Kleingefäß ist der gemeine allseits bekannte Yoghurtbecher. Bei den Großgefäßen gibt es das Ökoglas mit kleiner Öffnung und den bösen Kunststoffbecher mit größerer Öffnung. Ferner muss in Rechnung gestellt werden, dass Yoghurt nicht ausschließlich aus dem Behältnis verzehrt wird, in dem er der geneigten GenießerIn dargeboten wird. In einigen Fällen, wenn beispielsweise mit Cornflakes vermischt, genießt man die erfrischende Milchspeise aus einem tiefen Schälchen.

Der gemeine Loefl – auch Löffel geschrieben – ist ein äußerst populäres Verzehrswerkzeug, das es in verschiedenen Varianten gibt. Der kleinste Loefl ist vermutlich der Probenloefl, mit dem in der Regel Fäkalproben genommen werden, die der Ärztin bzw. dem Arzt zu überreichen sind. Mit dem Teeloefl, wird der Tee umgerührt, der Zuckerloefl steckt im Zuckertöpfchen. Unter seiner Zuhilfenahme entnimmt der/die gemeine KulinarikerIn Zucker aus dem Töpfchen und gibt diesen in Tee oder Kaffee. Zum Umrühren ist der dieser spezielle Loefl nicht bestimmt. Ein besonderer Loefl ist der Eierlöffel. Oft ist er aus Plastik, bei Spießern aus Perlmutt. Alle diese Loefl gehören zur Familie der kleinen Loefl. Dabei ist die Familie nicht mit dem Exemplar des kleinen Loefls zu verwechseln, wobei es sich um ein Werkzeug handelt, mit dem vorwiegend Desserts verzehrt werden.

Dies vorausgesetzt, scheint der kleine Loefl zum Yoghurtverzehr prädestiniert zu sein. Allerdings ist beim gemeinen kleinen Loefl der Stiel derart kurz, dass er im Yoghurtglas und im großen Yoghurtbecher versinkt. Daher empfiehlt sich bei diesen Gefäßen auf den ersten Blick die Wahl des großen Loefls. Allerdings ist auch der Gefäßöffnungsradius zu berücksichtigen. Beim Plastikbecher ist dieser in der Regel so groß, dass im Becher bequem mit dem großen Essgerät agiert werden kann. Beim Yoghurtglas fällt er jedoch klein aus. Daher ist das Umfüllen der Masse in ein Schälchen empfehlenswert, worauf man angesichts der Menge zum großen Loefl greift. Ist ein Schälchen nicht zur Hand (Studierendenhaushalt etc.) sollte sich der/die YoghurtfetischistIn zum langstieligen kleinen Loefl greifen, der sich bequem im Eiscafé stehlen lässt. [343 Wörter]

PS: Eigentlich ist die Loefl-Frage piep-Wurst-egal. Theiresias entzellophaniert den Becher (egal ob klein oder groß, Gläser lehnt er ab) und schlürft die schleimige Masse immer direkt aus dem Becher; nach Möglichkeit auf Ex. Der Becher wird somit zum Loefl. Den Resten wird man mit dem schlimmen Finger Herr. Oder man bietet sie dem nächsten Vierbeiner an. Da Krokowski diesen aber mit Zurückhaltung begegnet, eröffnet sich ihr diese Möglichkeit nicht.

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Supermarkt des Grauens

Verfasst von theiresias am 24. September 2008

Als ökologisch und ökonomisch und überhaupt bewusster Konsument kauft Theiresias nicht nur in einem Supermarkt, sondern nimmt bestimmte Produkte in ganz bestimmten Häusern ab. Äpfel, Kartoffeln, Zwiebeln, Eier Wein und jungen Wein kauft Theiresias derzeit beim Pfälzer seines Vertrauens Nr. 2. Der Pfälzer seines Vertrauens Nr. 1 ist Wirt und Koch der Gaststätte Giebelstuben, in der Theiresias gerne nach getaner Arbeit und einem kleinen Abendspatziergang so gegen 10 auf ein Gläschen neuen Wein oder einen Giebelsalat einkehrt.
Gestern brauchte Theiresias u. a. Cornflakes, Klopapier, Ketchup und Müllbeutel, was ihn dazu bewog, den REWE-Markt an der Neuen Messe in Rheinstetten aufzusuchen. Die Warenkette wird hier bewusst genannt und sehr bald wird sich herausstellen, dass dies keine Werbung wird.
Den Beileidsprügel teilte Theiresias wie immer in der Mitte und hängte ihn lässig über den Griff des Einkaufswagens. Alsdann schob er schwungvoll in die Konsumhalle und bog wie gewohnt rechts ab. Nach einigen Momenten begriff er, dass irgend etwas falsch war. Ihm gegenüber stand eine Schlange von Leuten und als er den Blick scharf nach rechts wandte erspähte das linke Auge das verdutzte Gesicht einer Kassiererin. Offensichtlich hatte man den kompletten Markt umorganisiert.
Theiresias zog rückwärts ab, wendete ob des großen Publikums gekonnt über Backbord und landete nun in der Gemüseabteilung. Also alles wie früher. Ein Trugschluss. Denn was hätte es auch für einen Sinn, einen Supermarkt komplett zu spiegeln, es sei denn irgendwelche hirnverbrannten Feng-Shui-BeraterInnen hätten ihre esoterischen Schmutzfinger im Spiel.
Wo steht das Toastbrot? Wieso liegt das Toilettenpapier vor dem Wein? Warum liegen die Cornflakes und Müsliprodukte in zwei Regalen, die durch einen quer verlaufenden Gang getrennt werden?
Diese Fragen kamen Theiresias nicht leicht ins Hirn. Um sie zu stellen, bedurfte es weitreichender Recherche- und Erkundungstätigkeiten. Erschwert wurde das Ganze dann immer durch dieses unangenehme Supermarkt-Werbegequatsche. Und so fragte sich Theiresias nun auch noch die ganze Zeit, ob die Dame, die da jetzt den REWE-Slogan spricht tatsächlich Kathrin Bauerfeind, Ex-Ehrensenfmoderatorin und ARD-Vertretungsmoderatorin, ist. Irgendwann ging sie mir, wie schon damals bei Ehrensenf, mit ihrem dusseligen Gequatsche auf die Nerven und ich beschloss, sie sei es, nur um ein Feindbild zu haben. Denn den Verantwortlichen für die Neuorganisation des Supermarktes hatte ich schon lauthals des Landes, nein der EU verwiesen. Dies wiederum führte dazu, dass ich mich fragte, was denn nun sei, wenn er gar nicht aus der EU wäre. Und warum überhaupt er? Traute ich Frauen ein solch geplantes Chaos nicht zu? Und ist solch eine Annahme frauenfeindlich oder freundlich. Nachdem ich das Areal ungefähr sieben mal durchkreuzt hatte, begab ich mich laut „Bloß raus hier!“ rufend zur Kasse. Nahm noch zur Kenntnis, das die Gefriertruhen jetzt kurz vor der Kasse stehen und zahlte nun noch die mühsam erworbenen Konsumgüter. Und dann auch noch das: Den Platz zum Einpacken haben sie verkleinert, um so einen dusseligen Pfandflaschenautomaten aufzustellen.
Und da kam mir eine Folge des Podcasts Stefans Welt ins Hirn gekrochen in der über einen barrierefreien REWE-Supermarkt berichtet wurde.

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Deutschland Platz 23

Verfasst von theiresias am 24. Mai 2008

„Keine voreiligen Schlüsse ziehen“, dazu rät Peter Urban, der Kommentator der ARD. Warum eigentlich nicht? Hatte der Mann seine Ohren nicht offen? Es drüfen natürlich keine voreiligen Verurteilungen daraus werden so nach dem Motto: Die No Angels heißen ab heute No Singers. Das wäre unfair. Es ist nun mal das charakteristische eines Live-Auftritts, dass er in die Buxe gehen kann. Ich behaupte, das ist nahezu ein Grundrecht.  Trotzdem darf man nicht behaupten, dass die „No Angels [einen] sehr guten Auftritt gemacht“ haben.  Man muss auch mit Würde scheitern können. Phrasen, die mit der Eloquenz einer Pulle Bier vorgetragen werden, helfen da leider nicht.

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Brüder im gesanglichen Misserfolg …

Verfasst von theiresias am 24. Mai 2008

Frankreich und Deutschland. Der Backgroundchor des französischen Stars hatte es sich offen hörbar zur Aufgabe gemacht, den No Angels in nichts nachzustehen.

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