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Archiv für die Kategorie ‘Karlsruhe & Hinterland’

JAZZPEL – Weniger ist mehr

Geschrieben von theiresias - 24. Februar 2012

26. Februar 2012, Ev. Kirche Hohenwettersbach
Beginn: 18:00 Uhr
Musikalisches Vorprogramm ab 17:45 Uhr

Weniger ist mehr. Musiker aller Epochen und Stile treibt bis heute diese Frage um. Bis ins 20. Jahrhundert beschränkten sich Komponisten immer selbst, d. h. jedes Werk folgte – zumindest im Kern – einer in seiner jeweiligen Zeit konzeptionellen Grundidee. So ist beispielsweise die Fuge (nicht erst seit Bach) eine Form, bei der aus einer überschaubaren Anzahl von Tönen und einer überschaubaren Anzahl von Regeln, wie diese Töne zu verwenden sind, eine hochkomplexe Musik entstehen kann. Im zwanzigsten Jahrhundert entstanden Musikformen wie die Minimal Music, die mit noch weniger als einer überschaubaren Anzahl von Tönen arbeiteten.

Gerade die Frühformen des Jazz wie Ragtime, Blues und Swing zeugen davon, wie mit wenigen musikalischen Mitteln facettenreiche Musik entstehen kann. Aus einer simplen Basslinie oder einer kleinen Melodie entsteht so ein mehrminütiges Musikstück. So auch in dem von Paul Desmond ursprünglich für das Dave-Brubeck-Quartett erdachten Stück Take Five, das inzwischen als Quasi-Jazzstandard gilt. Es besteht aus zwei Melodieteilen, von denen der erste durch den Spieler des Melodieinstruments im Verlauf des Stückes improvisatorisch verändert werden muss. Mit dieser Nummer in einer Orgelversion soll der Jazzpel-Gottesdienst am 26. Februar eröffnet werden. Jede der oben erwähnten Urformen des Jazz wird im weiteren Verlauf des Gottesdienstes mindestens einmal anklingen. Auf dem Programm stehen dabei Klavier-Kompositionen des „King of Ragtime Writers“ Scott Joplin (Reflection Rag), aber auch Jazz-Nummern, die originär für die Orgel geschrieben wurden (u. a. Ralf Bölting: A Rag).
Im Mittelpunkt des musikalischen Geschehens steht ein Werk, das wie vielleicht kein zweites in der Musikgeschichte, die Frage aufwirft, ab wann nehmen wir Musik als Musik wahr? – John Cage: Vier Minuten dreiunddreißig.
Wie gewohnt, gibt es auch diesmal wieder neue Lieder zu entdecken, aber auch ein „altes“ wieder zu entdecken. So bietet das Evangelische Gesangbuch seit vielen Jahren die Möglichkeit, das Vater unser im Kalypso-Rhythmus zu beten. Auch das wollen wir während des kommenden JAZZPEL wagen.

Im Vorprogramm und während des Gottesdienstes erklingen im Einzelnen folgende Stücke:
Michael Schütz (* 1963):

  • Step by Step
  • Questions, Interpretation durch den Komponisten auf youtube
  • The Dreamer, Interpretation durch den Komponisten auf youtube
  • Relax (Blues), Interpretation durch den Komponisten auf youtube

Paul Desmond (1924 – 1977): Take five (Bearbeitung Haake)

John Cage (1912 – 1992): 4´33´´

Johannes Matthias Michel (* 1962): Impromtu (Swing)

Scott Joplin (ca. 1868 – 1917): Reflection Rag

Ralf Bölting: (* 1953): A Rag

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Theiresias feiert Fasching I: Wirtschaftsfasching im Meeting Point

Geschrieben von theiresias - 17. Februar 2012

Quetschkommode, Schifferklavier, Ziehharmonika oder Akkordeon. Dieses Instrument hat viele Namen und sein Ruf ist nicht der beste. Zu Unrecht, wie Götz Fritsch mit einem Hörspiel bewiesen hat. Zum musikalischen Juxen gibt es gar kein günstigeres Instrument. Man hängt es sich um den Bauch, füllt damit, je nachdem wie stark man zieht, auch große Räume und die Grundbässe und Grundharmonien (Dur, Moll, Septakkord) lassen sich bequem über Knöpfchen bedienen. Damit gelingt manchmal auch noch berauschendes Unterhalten, wenn man selbst schon berauscht. Ein Glas Wein oder ein Bier gehört beim Geselligen Musizieren auch dazu.

Hierzu lädt heute der Meeting Point in Rheinstetten Mörsch. Im letzten Jahr haben wir hier in Loser Besetzung musiziert: Trompete, Posaune, Horn und was halt sonst so da war. Wer in diesem Jahr sein Instrument mitbringt, wird sich erst heute Abend offenbaren. Hervorragendes Bier läuft aus dem Hahn, ab ca. 20:00 Uhr bin ich da … natürlich mit Instrument …

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Karlsruhe: Musik zur Kombilösung oder Schilder einer Baustelle

Geschrieben von theiresias - 24. September 2011

Multimedia ist eine sehr alte Sache, wie ich schon an anderer Stelle auf dieser Seite nachzuweisen versucht habe. Insbesondere Komponisten mühten und mühen sich um die Transformation von Gemälden in Musik. Für Theiresias eine feine Sache, wurde ihm der Zugang zu ersteren nachhaltige durch die Lehrkörperin einer höheren Bildungsanstalt versalzen.

Zurück zur Sache: Modest Mussorgski komponierte nach einem Besuch einer Ausstellung seines zuvor verstorbenen Freundes Viktor Hartmann den Zyklus Bilder eine Ausstellung, in dem sich jeder Satz Mussorgskis mit einem Bild bzw. einer Zeichnung Hartmanns befasst. Ursprünglich für Klavier verfasst, wurde der Zyklus sehr schnell für viele andere Instrumente bearbeitet. Die vermutlich Berühmteste Verarbeitung dürfte die Orchesteradaption von Maurice Ravel sein. Insgesamt drei Bearbeitungen zählen die Autoren des Wikipedia-Artikels für die Orgel. Ob Carsten Wiebusch, Kantor der Christuskirche Karlsruhe, eine dieser Fassungen verwendet, oder ob er die Klavierfassung mit dem neuen Instrument der Christuskirche “orchestriert”, wie er es zuvor schon mit anderen Werken der Klavierliteratur getan hat, wird sich höchst wahrscheinlich wieder aus einer der sehr prägnanten und gut hörbaren Konzerteinführungen des Christuskirchen Kantors erfahren lassen.

Konzertbeginn ist 18:00 Uhr.

Übrigens gibt es heute Abend auf SWR 2 die Möglichkeit, die Klavier-Fassung schon einmal “vorzuhören”. Sie erklingt ab 20:03 Uhr in einem Konzert mit der Pianistin Anna Vinnitskaya.

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Theiresias spielt bei Orgel Kreativ Karlsruhe

Geschrieben von theiresias - 15. September 2011

Die Durlacher Orgelnacht, die seit geraumer Zeit alljährlich in der Stadtkirche an der Stumm/Goll-Orgel stattfindet, bringt Orgelmusik unterschiedlichster Couleur zu Gehör. Vom Frühbarock bis zur Gegenwart erklangen hier vermutlich schon fast alle erdenklichen Genres. Mal Orgel solo, mal als Begleitinstrument mit den kuriosesten Partnern wie Saxophon oder Schlagzeug. Dieses Veranstaltung nahmen sich die Organisten der Johanniskirche vermutlich zum Vorbild und luden unter dem Motto OK! – Orgel Kreativ alle nebenamtlichen KollegInnen auf den 23. September zur Langen Nacht der Nebenamtlichen Organisten und ihrer Gäste ein.

Orgel Kreativ! Lange Nacht der nebenamtlichen Organisten und ihrer Gäste - Freitag 23. September 2011, 20 Uhr bis in die Nacht - Johanniskirche, Werderplatz Karlsruhe

Jede und jeder, die oder der Lust hat mitzumachen, soll knapp eine halbe Stunde musizieren. Die Programmgestaltung liegt dabei ganz bei den Ausführenden. Dabei sei alles, was sich abseits der Pfade gängiger Orgelliteratur bewege, sowie Eigenkompositionen, Arrangements und Improvisationen besonders willkommen, schreiben die Initiatoren in ihrer Einladung.

Wie viele andere habe auch ich für diesen Abend ein Programm mit Unterhaltungsmusik zusammengestellt. Die Pfade der Orgelliteratur verlasse ich dabei allerdings nicht. Im Gegenteil: Mit den gewählten Stücken möchte ich wieder einmal dem Klischee entgegentreten, Kirchenmusik sei, steif, ernst bis unzugänglich. Unzählige kirchenmusikalische Werke wurden mit der Absicht komponiert, Freude zu stiften. „Der Gottesdienst soll fröhlich sein” lautet der Titel eines der Eingangslieder im Evangelischen Gesangbuch. Einer dieser immer wieder fröhlichen Gottesdienste ist der Traugottesdienst. Das Eingangsstück zu Fanny Hensels Hochzeit sollte eigentlich ihr Bruder Felix Mendelssohn komponieren, der zu dieser Zeit in England weilte. Da der Herr allerdings bis zum Vorabend der Hochzeit nicht geliefert hatte, verfasste sie am Polterabend selbst ein Präludium. Mit diesem werde ich mein Programm eröffnen.
Einen wichtigen Teilbereich der kirchlichen Orgelmusik bilden Stücke, die Kirchenlieder verarbeiten. Ob es nun ein Marsch, ein Blues, eine Toccata, eine Fuge oder weiß der Kuckuck ist, aus einer simplen Melodie entstehen höchst unterschiedliche Musikstücke. Ein Komponist, dem gefühlt keine Spielart fremd zu sein scheint, ist Carsten Klomp, Als Bearbeitungsvarianten wählt er musikalische Formen vom Barock bis zur Gegenwart, konzentriert sich dabei allerdings auf die Spielarten, die in der Kirchenmusik im deutschsprachigen Raum eher untypisch sind. So klingt eine seiner Bearbeitungen wie ein Blues, eine andere wie ein Abschnitt aus einem Ballett von Tschaikowsky. Seine Bearbeitung zu „Herr Jesu Christ, Dich zu uns wend” kommt daher wie der Eröffnungs- oder Schlusssatz aus einem Concerto grosso.Ähnliche kompositorische Wege beschreitet Susanne Kugelmeier, vielleicht nur etwas konservativer. Der vielleicht stereotypste Popsong, der derzeit im Evangelischen Gesangbuch steht, ist Martin Gotthard Schneiders „Danke für diesen guten Morgen.” In ihren Variationen über das Lied geht die Komponistin über die Formensprache des frühen 19. Jahrhunderts nicht hinaus. Dieser restriktive Ansatz macht das Lied wieder neu und gut hörbar.

Theiresias spielt ab ca. 22:45 Uhr folgendes Programm:

Fanny Hensel, geb. Mendelssohn-Bartholdy (1805-1847)
Präludium in F-Dur

Carsten Klomp (* 1965)
Herr Jesu Christ, dich zu uns wend

Fanny Hensel (1805-1847)
Präludium in G-Dur

Johann Sebastian Bach (1685-1750)zugeschrieben
Fuga in G, BWV 577

William Wolstenholme (1865-1931)
Allegretto

Susanne Kugelmeier (* 1962)
Variationen über „Danke für diesen guten Morgen“

Das komplette Programm und alle Beteiligten finden Sie unter www.orgelkreativ.de.

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Nachmal “Danke”

Geschrieben von theiresias - 23. Juli 2011

 

Vier-Orgel in Rintheim

Vor einigen Wochen spielte ich in der Ev. Kirche Hohenwettersbach anlässlich des 60 Geburtstages des Danke-Liedes, die Variationen über “Danke” von Susanne Kugelmeier. Da wir uns ja gewissermaßen im Jubiläumsjahr befinden, nehme ich die Stücke  morgen mit in die Ev. Kirch Zum Guten Hirten, Karlsruhe Rintheim. Bis auf die Pavane werden alle Variationen zu hören sein. Gottesdienstbeginn ist um 10 Uhr. Herzliche Einladung.

Hier nochmal ein paar erläuternde Worte zum Lied, dessen Entstehung und der Bearbeitung für Orgel.

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Karlsruhe: Internationaler Orgelsommer 2011

Geschrieben von theiresias - 2. Juli 2011

Eine Organistin und vier Organisten aus fünf verschiedenen Ländern mit ganz unterschiedlichen Programmen und einigen Gemeinsamkeiten. Die erste scheint trivial, birgt aber beim vergleichenden Hören bzw. Erleben ein enormes Potential: Der Ort der Aufführungen. Wie schon in vielen vorhergehenden Jahren ist dies an den kommenden fünf Sonntagen die Ev. Stadtkirche in Karlsruhe. Mit einer in Klang und Spieltechnik spätromantisch orientierten großen Orgel und der “kleinen” Chororgel, die sich größtenteils am französischen Barock orientiert, in der aber auch bauliche Reminiszenzen an den Orgelbauer Gottfried Silbermann zu finden sind, bietet dieser Ort Instrumente unterschiedlichster Couleur, die zu stilistisch reichhaltigem und epochal breit gefächertem Spiel einladen.

Eine zweite Gemeinsamkeit ist der Komponist, dessen 200. Geburtstag es in diesem Jahr zu feiern gibt: Franz Liszt. Gleich vier der InterpretInnen spielen Werke aus seinem umfangreichen Orgelwerk, so dass fast nur die Frage bleibt: Wer darf das berühmte B A C H spielen?*

In seiner Dareichungsform kommt das Festival very british daher. Der Konzertbeginn ist 21:00 Uhr. Zuvor werden, zumindest war dies in den vergangenen Jahren so, erfrischende bis prickelnde Getränke gereicht. Für Kontext-Neurgierige bietet Stadtkirchenkantor Christian-Markus Raiser ab 20:00 Uhr* eine Gesprächsrunde an, in der man etwas über den/die InterpretIn oder die dargebotenen Stücke und deren Komponisten erfahren kann.

Schade ist auch in diesem Jahr, dass sich die Festival-Ankündigung auf ein pures Name-Dropping (Komponisten und InterpretInnen) beschränkt. Dies ist nicht nur nicht mehr zeitgemäß, sondern der Kunst hinderlich. Zugegeben, wenn jemand Werke von Reubke spielt, gibt es da nicht so viele Möglichkeiten, bei Liszt sind es dann schon eine Menge und bei Bach (welchem der vielen?) schier unübersichtlich.

Wer morgen also mit dem Gedanken spielt, eine Dauerkarte zu erwerben, sollte vorher das Programmheft erwerben und zunächst die Programme überfliegen.

* Nach Lektüre des Programmheftes: Niemand spielt sie (04. Juli 2011)
**Korrigierte Zeit (04. Juli 2011)

 

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Einladung zur “Entdeckung der Langsamkeit”

Geschrieben von theiresias - 19. Juni 2011

Jazzpellogo web

Sonntag, 26. Juni 2011, 18:00 Uhr, Evangelische Kirche Hohenwettersbach 
Kinderbetreuung während des Gottesdienstes

 

Popmusik bzw. populäre Ausprägungen des Jazz sind inzwischen ein fester Bestandteil der Kirchenmusik. Durch die massenhafte Verbreitung des Pops und die Ausbeutung der Musik durch die Werbeindustrie ist wirklich jeder, ob er die Musik mag oder nicht, mit ihr vertraut. Statistiker glauben validiert zu haben, dass mehr Menschen Pop hören als beispielsweise Klassik.

Für die Kirchenmusik ergeben sich dadurch vielfältige Chancen und sie kann sich diese Hörgewohnheiten zu nutze machen, um ihrerseits Menschen auf einer ästhetischen Ebene anzusprechen, mit der sie vertraut sind. Pop ist nicht gut oder schlecht. Es gibt spannende, witzige, anrührende bis traurige Musik und es gibt saudumme Machwerke. Pop, als Genre, ist auch kein Kontrahent zur Klassik. Im Nebeneinander und Miteinander liegt, abhängig vom soziokulturellen Umfeld, die Lösung. Der Komponist Michael Schütz beschreibt dieses Jahr in der Zeitschrift Forum Kirchenmusik, die vom Verband evangelischer Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusik in Deutschland herausgegeben wird, welche Spielarten denkbar sind. In einer Workshop-Serie führt er Kirchenmusiker in die Begleitung von Kirchenliedern unter Zuhilfenahme von Pop-Standards ein. Schütz eigenes Werk tendiert dabei häufig an der Crossover-Grenze. Er nimmt ein altes Kirchenlied und schreibt darüber eine schmissige Pop-Bearbeitung. Er verbindet in einer Formation aus Flöte und Piano Klassik und Pop-Motive.

Mit der neuen JAZZPEL-Reihe in der Ev. Gemeinde Hohenwettersbach/Bergwald wollen wir den Eingangs skizzierten Umständen Rechnung tragen. Zudem wird der Musik ein höherer Stellenwert zugedacht. Jede Veranstaltung befasst sich mit einem bestimmten Thema, zu dem sich die Musik auf verschiedene Arten verhält. Sie deutet es, sie konterkariert es oder kommentiert es. Sie ist dabei sehr eng mit den anderen medialen Formen, wie bewegtem Bild oder (literarischen) Lesungen, verknüpft.
Mit unserem Gospelchor verfügen wir über einen Klangkörper, der in nahezu allen populären Musikgenres nach 1900 Erfahrungen gesammelt hat. Daneben sollen aber auch andere, beispielsweise instrumentale, Formen zu Gehör kommen um ein möglichst weites musisches Spektrum anzubieten.

So begehen wir die “Entdeckung der Langsamkeit” auf rein instrumentale Weise. Dabei nähert sich die Musik gewissermaßen dem durch das Thema vorgegebenen Tempo an. Im Vorprogramm (ab 17:45) erklingen zunächst fetzige und geschwinde Werke. Über den beim JAZZPEL üblichen Eingangsgesang, nähern wir uns dann dem Grundtempo. Es folgen drei instrumentale Balladen (eigentlich lyrische Erzählungen), die vielleicht mal aufbrausen, aber immer in einen ruhigen Fluss zurückfinden. Auch das gute alte Kirchenlied spielt eine Rolle, allerdings wird es in einen Jazz-Walzer gekleidet. Niemand braucht ob soviel Ruhe zu fürchten einzuschlafen, denn wie erwähnt lässt sich ein Thema musikalische auch konterkarieren. So enden wir mit der Aufforderung zum Tanz (Michael Schütz: Dance with me).

Mit Posaune, Saxophon und Tenorhorn, die einzeln oder gemeinsam, zu Klavier oder Orgel hinzutreten, entsteht ein farbenreiches Klangspektrum.

 

 

 

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Musikalische Späße in der Paul-Gerhardt-Gemeinde

Geschrieben von theiresias - 29. April 2011

Die Frage ist alt und bei ihrer Beantwortung scheiden sich die Geister: Kann Musik sui generis komisch, sogar lustig, sein? Die Absicht zu erfreuen, lässt sich ja einem Großteil künstlerischer Produktionen unterstellen. Noch größer wird dieser Kreis, wenn man weiter gefasst unterstellt, dass ein Großteil der Kunst über einen emotionalen Zugang funktioniert.

Bei der Auswahl von Stücken für einen Gottesdienst oder ein Konzert agiert man fast ständig unter Anwendung dieser Gegebenheiten. Dabei gibt es ganz sicherlich traurige und fröhliche Musik. Ein musikalischer Spaß aus sich selbst gehört allerdings zu den größeren Herausforderungen für Interpretinnen und Interpreten. Die Komik ist hier oft eine Tochter des Kontexts.

Und doch wagen sich immer wieder Musikerinnen und Musiker an dieses Sisyphos-Aufgabe und im Ergebnis ist die übertheoretische Eröffnung völlig Banane. Ihrer entsinnen darf man sich frühestens nach dem dritten Viertel Badischen im Anschluss an ein Konzert, wie es am

29. April 2011 in der Paul-Gerhardt-Gemeinde Karlsruhe und am
30. April 2011 in St. Michel in Wagenbach,
jeweils um 19:30 Uhr

zu hören sein wird. Heidrun Paulus (Flöte) und Ben-David Ungermann (Orgel) verschreiben sich bereits mit ihrem Konzerttitel ganz den musikalischen Späßen. Die Konzertbeschreibung mutet wie Großmutters bunter Gemüse-Garten an, in den sich inzwischen auch seltene Pflanzen verirrt haben, die aber für jeden anständigen Gärtner, der auch noch ein wenig auf sich hält, inzwischen zum guten Ton gehören.

Die relativ junge Orgel der Paul-Gerhardt-Gemeinde fordert zudem mit seinen wunderschön gearbeiteten Klangfarben (gerade in der leisen 8-Fuß-Lage) zum Zusammenspiel mit anderen Instrumenten heraus. 
Wer Heidrun Paulus bereits einmal gehört hat, weiß, dass sie vor rasanten Tempi nicht zurückschreckt, diesen aber niemals ein Quäntchen an Musikalität opfern würde.

Ach ja, damit die Sache für das Publikum noch lustiger wird, ist der Eintritt frei! Um reichliche Spenden wird natürlich gebeten.

Viel Frude, wünscht Theiresias!

 

A

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Theiresias feiert Fasching II: Heiter bis rauschend

Geschrieben von theiresias - 5. März 2011

Hervorragende Unterhaltungsmusik auf der Stumm/Goll-Orgel der Stadtkirche Durlach

Nachdem der gestrige Abend für Theiresias eher aktiv und dadurch kostengünstig verlief (vielen Dank allen “Getränkespendern”), lehnt er sich heute mal wieder (hoffentlich auf seinem Stammplatz) in der Durlacher Stadtkirche zurück.
Die Veranstaltung, die er dort aufsucht, ist ihm inzwischen zur lieben Gewohnheit geworden. Das hat einen Grund: auf dem auserkorenen Lieblingsinstrument hört man sich halt auch gern gute Unterhaltungsmusik an.

Johannes Blomenkamp, Kantor an der Ev. Stadtkirche Durlach und Bezirkskantor, dürfte wieder Garant für ein abwechslungsreiches Programm sein. Wobei er dieses Jahr im Vorhinein einiges nicht verrät und sich musikalische “Überraschungen” vorbehält. Ansonsten gibt es ein wenig Jazz, vier Toccaten und Variationen über das einzige Kirchenlied, das bis jetzt in den Charts gewesen sein dürfte. Geschrieben wurde das Lied 1961 von Martin Gotthard Schneider und war durch seinen Erfolg Auslöser einer Bewegung die inzwischen gemeinhin als “neues geistliches Lied” bezeichnet wird. Susanne Kugelmaier hat auf Basis des Stücks Variationen in verschiedenen Stilen geschrieben. Ein Tanz, Bearbeitungen frei nach Bach und Mozart, eine Schlusstoccata …
Eine unterhaltsame Bearbeitung mit dem sich das 50jährige Jubiläum zu “Danke für diesen guten Morgen” feiern lässt.
In Hohenwettersbach erklingen die Kugelmaier-Variationen übrigens am Sonntag Kantate (22. Mai 2011).

Korrektur:

Irrtum dein Name sei Theiresias. Es erklangen nicht die Variationen von Susanne Kugelmaier, sondern die von Matthias Nagel (* 1958). Gibt weitaus mehr Literatur zu dem Stück, als Kugelmaier und die Verlagswerbung von Bärenreiter glauben. Ein Glauben auf den ich hereinfiel.

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Theiresias feiert Fasching I: Wirtschaftsfasching im Meeting Point

Geschrieben von theiresias - 4. März 2011

Quetschkommode, Schifferklavier, Ziehharmonika oder Akkordeon. Dieses Instrument hat viele Namen und sein Ruf ist nicht der beste. Zu Unrecht, wie Götz Fritsch mit einem Hörspiel bewiesen hat. Zum musikalischen Juxen gibt es gar kein günstigeres Instrument. Man hängt es sich um den Bauch, füllt damit, je nachdem wie stark man zieht, auch große Räume und die Grundbässe und Grundharmonien (Dur, Moll, Septakkord) lassen sich bequem über Knöpfchen bedienen. Damit gelingt manchmal auch noch berauschendes Unterhalten, wenn man selbst schon berauscht. Ein Glas Wein oder ein Bier gehört beim Geselligen Musizieren auch dazu.

Hierzu lädt heute der Meeting Point in Rheinstetten Mörsch. Eine Musikgruppe, die dort regelmäßig probt, ein Männerballett und ich werde zwischendurch und mittendrin auch ein wenig durch die Gegend musizieren. Hervorragendes Bier läuft aus dem Hahn, ab ca. 21:00 Uhr bin ich da.

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