Schließt Ebucht und Azamon die digitalen Türen und kauft lieber teuer bei Karlstadt. Denn was tun ohne Warenhäuser? Außerdem, Euer Mitleid kann sich das demnächst freigesetzte Personal an den Hut schmieren.
Schließt Ebucht und Azamon die digitalen Türen und kauft lieber teuer bei Karlstadt. Denn was tun ohne Warenhäuser? Außerdem, Euer Mitleid kann sich das demnächst freigesetzte Personal an den Hut schmieren.
Eine andere Frage, werte Leserin, werter Leser: Haben Sie kürzlich einmal versucht, in irgendeiner der blühenden Innenstädte eine Dichtung für ihren Wasserhahn, ein Ausflusssieb, einen Hemdknopf oder ein Bügelbrett zu kaufen? Ist ihnen noch nie während des Frühjahrsputzes der Staubsauger verreckt oder lassen Sie den Dreck einfach liegen, bis sie das Geld an ihren Ebucht-Verkäufer überwiesen haben und dieser geruht, ihnen das superbillige Saugerschnäppchen 3 Tage später auch mal zu schicken? Brauchten Sie noch nie auf den letzten Drücker eine Badehose mit der man sich am Strand auch sehen lassen kann?
Wenn Ihnen diese oder ähnliche Szenarien unbekannt sind, dann können Sie Theiresias nicht verstehen. In Kürze werden die Hertie-Filialen dichtgemacht. Früher hieß Hertie in Minden an der Weser, hier verlebte Theiresias seine Kindheit, mal Karstadt. Die Filiale war jedoch zu klein, also wurde sie – wie viele andere – in Hertie umbenannt, um dann verramscht werden zu können, so dass man nun letztendlich den Laden einstampfen kann. Unvorstellbar, die ganze Jugend des blinden Sehers hätte ohne dieses Warenhaus nicht funktioniert
Nun will Theiresias hier in keine Kaufhausromantik verfallen. Im Gegentum. Er selbst scheut sogar oft den Gang zum Karlsruher Karlstadt, da er sich in dem verwinkelten Gebäude und den unterirdischen Katakomben regelmäßig verirrt und entweder fluchend oder nur unter dem Geleit eines freundlichen ihm bis dato völlig unbekannten Wesens das Tageslicht wieder erblickt. Trotz dieser Widrigkeiten empfindet er es als ein Stück Lebensqualität im Zentrum einer Stadt ein Warenhaus zu haben, durch das er auf dem Nachhauseweg nur mal ein wenig irren muss, um abends wieder Bügeln und am kommenden Morgen wieder anständig duschen zu können. Und deswegen gibt er hier auch gerne mal 2 Euronen mehr für eine CD, 15 Euronen mehr für einen Staubsauger und geschlagene 30 Euronen für eine Badeshorts hin.
Am Freitag wird Theiresias wieder zu Karlstadt laufen und sich neu einkleiden. Er braucht dringend eine neue Krawatte und ein neues Shirt, beides mit Pinguinmotiven bitte.

