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die dinge mit den augen des blinden sehers

Wise Guys – sinfonisch

Verfasst von theiresias am 10. Juli 2009

Schuster bleib bei Deinen Leisten! Das hätte man den Wise Guys am Liebsten zugerufen, als man an Fronleichnam der ersten Nummer ihres Konzertes Wise Guys sinfonisch lauschte, das die fünfte Welle des Westdeutschen Rundfunks in der Sendereihe Streng öffentlich in Auszügen ausstrahlte. Diese erste Nummer ist, um es zu überspitzen, Männerchor mit Streichersoße. Allerdings greift dieser erste Eindruck zu kurz und der Schreiber täte sehr vielen, wenn auch nicht allen, Beteiligten unrecht. Übrigens können Sie, geneigteR LeserIn, sich selbst einen Eindruck verschaffen, und zwar wenn am 11. Juli 2009 um 20:05 Uhr auf WDR 4 das gesamte Konzert vom 21. März 2009 ausgestrahlt wird.

Zum Konzept des Konzerts: Einige der Wise Guys-Songs wurden für sinfonisches Orchester umarrangiert. Also überspringen wir in dieser kleinen Vorausschau einmal die Nummern, die das Vokalensemble ohne diesen Klangapparat bestritt.

Nach dem dürftigen Einstieg braucht es leider eine Weile, bis die gemeinsam vorgetragenen Stücke wirklich vom Hocker reißen (die Zeitangaben beziehen sich auf die an Fronleichnam ausgestrahlte Sendung). So liefert die Formation zunächst einmal eine Version des Alla Turcas aus Mozarts Klaviersonate in A-Dur KV 331 ab, die so stumpfsinnig und effekthascherisch ist, dass sie – zumindest im Radio – zur Peinlichkeit geriert. Hinter der Stimmakrobatik, die das Vokalensemble mit ihrer Adaption des Root Beer Rags von Billy Joel einst lieferte, bleibt dieses dahingeschmierte Arrangement bei weitem zurück.
Zum Misserfolg der Konzerteröffnung trägt aber auch die Aufnahmeleitung und die Tontechnik dieser Veranstaltung bei. Man muss mutmaßen, dass die Erwähnten vorher kaum ein Album der Gruppe gehört haben. Dann hätten sie nämlich festgestellt, dass ihre Kunst auf das Äußerste gefragt gewesen wäre.

Den Charme der Wise Guys-Alben macht meiner Meinung nach der betonte Einsatz der digitalen Klangmanipulation aus. Hier wird bei der Abmischung und beim Mastering mindestens genau so genial Musik gemacht, wie bei der Aufnahme des Rohmaterials.
Das gelingt grob auch in diesem Live-Mitschnitt, aber nur bei den Nummern ohne Orchester. Musizieren beide Klangkörper gemeinsam, muss man bestimmte Teile des Gesangs regelrecht suchen. Geschickte Finger an den Gainreglern und geringfügige Manipulationen im Frequenzbereich – insbesondere bei den tiefen Stimmen – hätten hier Wunder wirken können.

Um so mehr ist es anzuerkennen, dass alle beteiligten MusikerInnen diese widrigen äußeren Umstände musizierend überwinden und mit dem Lied König fit erstmalig überzeugen können.
Ein wahrhafter Höhepunkt des Abends ist sicherlich ein Potpurri aus angeblich 20 Hts des Vokalensembles, welches allein durch das Rundfunkorchester vorgetragen wird. Lieder ohne Worte im Schnelldurchlauf, die obwohl ihres Textes beraubt, den Kenner immer wieder schmunzeln lassen, da ihr jeweiliger Charakter durchaus erhalten bleibt. Am plakativsten offenbart sich dies in dem frechen Bläsersatz zum kabarettistischen Gassenhauer Kinder (Album Klartext). Diese Vorlage verwandeln dann beide Klangkörper gemeinsam gewissermaßen zum Finale, indem das Potpurri in den Song Jetzt ist Sommer (Album Ganz weit vorne) mündet.

Trotz einiger Startschwierigkeiten auf jeden Fall ein zu empfehlender Konzertmitschnitt.

Wise Guys – sinfonisch
Wise Guys und Rundfunkorchester des Westdeutschen Rundfunks unter Heribert Feckler
MItschnitt vom 21. März 2009
Samstag, 11. Juli 2009, 20:05 Uhr, WDR 4

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Kleinigkeiten zum Wieder- und Neuentdecken

Verfasst von theiresias am 20. Juni 2009

Sonntag, 21. Juni 2009, 10:00 Uhr, Evangelische Kirche Hohenwettersbach

Songs of Praise

Zdeněk Fibich (1850 – 1900)
Rej blažených (Reigen der Seligen), op. 56 Nr. 3
aus dem Zyklus Studien nach Bildern, Komposition zum gleichnamigen Bild von Fra Giovanni Angelico da Fiesole, bearbeitet für Orgel von Wolfgang Stockmeier

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Kleines Präludium und Fuge in B-Dur
BWV 560

Grenzenlose Kunst

Der Reigen der Seligen des tschechischen Komponisten Zdeněk Fibich erscheint in einem Zyklus namens Studien nach Bildern. Als Quelle der Inspiration dient dem Komponisten gemalte Bilder. Mit dieser Praktik ist Fibich alles andere als ein Einzelgänger. Erinnert sei nur an die Bilder einer Ausstellung von Modest Mussorgski. Ihre Stoffe finden Komponisten jedoch nicht nur in der Malerei, literarische Texte dienen ebenso als Vorlage. So entstanden zu einer Menge von Dramen Schauspielmusiken. Exemplarisch sei an Mendelssohns Musik zu Shakespeares Ein Mittsommernachtstraum erinnert (darin u. a. der berühmte Hochzeitsmarsch).

Die Musik wiederum kann auch Inspiration für andere Kunstrichtungen, z. B. die Literatur, sein. Thomas Bernhard verarbeitet beispielsweise in dem Stück Die Macht der Gewohnheit die Aufführung des berühmten Forellenquintetts von Franz Schubert, Klaus Mann widmet der Symphonie Partetique Peter Iljitsch Tschaikowskis einen ganzen Roman, und in seinem Doktor Faustaus fasst Thomas Mann ganze, nie komponierte, Werke in Worte.

Dabei ist beispielsweise die Musik zu bzw. über ein Bild mehr als dessen Verwandlung in Töne. Wie sollte diese auch funktionieren? Das neue Medium eröffnet gewissermaßen neue Perspektiven.

Der Reigen der Seligen

Wie Fibich das Bild Das jüngste Gericht Fra Giovanni Angelicos kennenlernte, ist unbekannt. Und warum beschränkte er sich insbesondere auf einen Teil daraus, nämlich den Reigen der Seligen? Auf jeden Fall folgt er damit einer Unterteilung, die die Kunstwelt getroffen zu haben scheint, in dem sie insbesondere den rechten und manchmal den oberen Teil des Bildes gewissermaßen ausblendet und das verbleibende Bild als Reigen der Seligen bezeichnet, welches wiederum Teil des Bildes Das jüngste Gericht sei.

Das Jüngste Gericht

Ein Grund, warum der Komponist sich nur mit dem Reigen befasst, mag darin liegen, dass in diesem der musikalische Grundstein schon gelegt ist. Für den Reigen als musikalische Form ist entscheidend, dass die Motive kurz und prägnant sind und wiederkehren, sodass bei der tänzerischen Ausführung jedem Motiv eine Tanzfigur zugeordnet werden kann. Allerdings muss eingeräumt werden, dass der Komponist mit den Wiederholungen doch etwas sparsam umgeht. Eine Volkstanzgruppe würde hier sicherlich zum erneuten Spiel auffordern, da das Stück gerade wenn die Tänzer in Schwung kommen schon wieder vorüber ist.

Dabei lässt Fibich keine Gelegenheit aus, die Tänzer in Schwung zu bringen. Mit jedem Themenwechsel verbindet er eine Tempo- bzw. Interpretationsanweisung. Da soll der Pianist beispielsweise eine Sequenz zunächst langsamer und leise, wie von einem Chor gesungen spielen (meno mosso, quasi coro), bei ihrem zweiten Auftreten ist sie dann majestätisch und im Eingangstempo vorzutragen (maestoso ma in tempo).

In seiner Orgelbearbeitung verzichtet Wolfgang Stockmeier auf einige dieser Spielanweisungen. Auch die meisten der Crescendi und Decrescendi, wodurch sich die Klavierkomposition quasi in stetiger Wallung befindet, übernimmt Stockmeier nicht. Crescendi und Decrescendi (das allmähliche Lauter- und Leiserwerden während des Spiels) können auf der Hohenwettersbacher Orgel sowieso nicht gespielt werden. Hierfür fehlt ein so genannter Schweller. Dabei handelt es sich um Lammelen, die vor den Pfeifen montiert werden. Über ein Pedal können die Lamellen stufenlos geöffnet bzw. geschlossen werden.

Dafür klingt die Orgelbearbeitung an manchen Stellen voller und gewaltiger, da Stockmeier die Bassstimme in das Pedal auslagert und konsequenterweise noch um eine Oktave nach unten verlegt. Vielfalt wird in der Orgelversion durch häufiges Wechseln der Register erreicht. Gewissermaßen wird der Reigen der Seligen dadurch farbenfroher.

Die kleinen Präludien Bachs …

… sind nicht von Bach, jedenfalls wenn man einigen MusikwissenschaftlerInnen glauben mag. Letztendlich spielt es aber auch keine Rolle. Weiterhin werden Generationen von OrgelschülerInnen mit diesen Stücken ihre ersten ernsthafteren Gehversuche bestreiten. Insbesondere auf den nebenamtlich besetzten Orgelbänken sind die kleinen Präludien dadurch oft zu hören. Allerdings hat jedeR OrganistIn so ihre Vorlieben und einige Stücke fallen dabei so ziemlich unter den Teppich. So wird beispielsweise das letzte der acht Präludien in B-Dur von vielen OrgellehrerInnen gern gemieden, bedarf es doch einer gewissen Finger- und Fußfertigkeit (Pedalsolo) zu Beginn des Stückes. Ein weitaus schwerwiegenderes Argument gegen dieses Stück ist freilich, dass es großartige Unterhaltungsmusik ist.

Höchste Zeit, es also im Rahmen dieser musikalischen Reihe aus der Mottenkiste zu kramen und meinem Orgellehrer ein spätes Schnippchen zu schlagen.

Das Präludium beginnt durchaus typisch. Schnelle Läufe über das gesamte Orgelmanual, die danach mit den Füßen bis in den Bassbereich fortgesetzt werden. Das Hauptthema wird jetzt groß und kräftig mit Harmonien ausgestattet und über verschiedene Tonstufen gejagt. Ende des Präludiums. Die Fuge präsentiert ein schmissiges Thema im Dreivierteltakt. Der Schluss des Themas ist so gewählt (Quart- und Quintsprünge), dass sich bereits mit dem Hinzutreten der zweiten Stimme lustig springende Akkorde ergeben. Mit allen vier Stimmen gerät dies zu einer Musik, die sich ebenfalls mit Fug und Recht als ein “Tanz der Glückseligen” bezeichnen darf.

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“Ein Klavier, ein Klavier…”

Verfasst von theiresias am 12. Juni 2009

Bechstein Academy 116

Es gibt Bauwerke, die sind so trist, dass das Wort mausgrau zu ihrer Beschreibung der reinste Euphemismus ist. Eine noch blümerantere Verklärung lautet “Zweckbau”. Zweckbauten entstanden ab der Wirtschaftswunderzeit, bis in die 70er Jahre. Da das Geld so reichlich vorhanden war, wurde am laufenden Meter gebaut, was offensichtlich bedingte, dass den ArchitektInnen die Zeit zum Nachdenken fehlte.

Gerade bei Kirchens entstand so mancher Zweckbau, den man dann Gemeindehaus oder Gemeindezentrum nannte.
Heute steht man vor der schwierigen Aufgabe, diese Räume mit Leben zu füllen. Blumenschmuck wirkt Wunder und ohne heimische KünstlerInnen, die die schalen Wände mit Kunstwerken behängen, wäre die Gemeinde vermutlich schon in kollektive Depressionen verfallen. Auf diese visuellen Reize versteht sich Theiresias – gewissermaßen von Natur aus – nur sehr schlecht. Seine Welt ist der Klang und darum wurde er als Organist der Ev. Kirchengemeinde Hohenwettersbach/Bergwald in diesem Metier tätig. Im musischen Bereich war die Situation zumal weitaus katastrophaler.
Im Gemeindesaal befanden sich zwei – sagen wir mal – Musik-Kisten. Eine wurde Orgel geheißen und hätte jeden Komponisten klassischer Horrorfilmmusik auf das Höchste erfreut, die zweite Kiste war ein Klavier, das in Wildwestfilmen sicherlich gute Dienste gleistet hätte. Somit fand Theiresias offene Ohren, als er vorschlug, man möge beide Kisten doch bitte durch ein anständiges neuwertiges Klafünf ersetzen.

Heute ist das Geld bei Kirchens knapper, was wiederum gut für die Architektur sein könnte. Allerdings bedeutet das auch, dass man Spenden sammeln muss. Das neue Instrument wurde zu 100% aus Spenden finanziert. Planten die Verantwortlichen und Theiresias noch mit einer Indienstnahme des neuen Instruments zum 01. Advent 2009, belehrten uns die Wildwest- und Horrorfilmmusik-geschädigten Gemeindeglieder eines Besseren. Somit nehmen wir unser neues Instrument bereits am 14. Juni 2007 in Dienst. Allen Spenderinnen und Spendern ein herzliches Dankeschön!

Was darf es sein?
Die Anforderungen an das neue Instrument waren schnell aufgeschrieben. Ein Flügel schien von vornherein eher unpraktisch. In der kleinsten Variante des Gemeindesaales (er kann erweitert werden) würde selbst ein Stutzflügel zu viel Platz einnehmen. Trotzdem sollte es möglich sein über das Instrument herüber schauen zu können, um beispielsweise einen Chor zu leiten. Ein Instrument höher als 1,16 m war also tabu. Trotzdem soll das neue Schmuckstück vor allem klanglich etwas unter der Haube haben. Theiresias legte bei der Auswahl also insbesondere auf ein weites dynamisches Spektrum Wert, das heißt, der Unterschied zwischen dem leisesten Pianissimo und dem kräftigsten Fortissimo sollte möglichst groß sein. Dieser Faktor ist noch leicht spielend zu erfahren. Weitaus schwieriger ist die Frage, zu beurteilen, wie sich der Klang im Raum ausbreitet, wie lange ein Ton nachklingt, sprich, wie präsent er ist.
Eine Menge anderer Fragen waren zu klären: Welcher Wald musste für das Instrument sein Holz lassen, mit welcher Hände Arbeit und zu welchem Lohne wurde das Instrument erbaut. Es ist nun doch etwas komisch, für die Hungernden in aller Welt zu sammeln und dann ein Produkt zu kaufen, das in dieser Hinsicht über so manchen Zweifel nicht erhaben ist. Viele Kirchengemeinden scheint dies indes jedoch nicht zu stören. Hauptsache ein Flügel, aber schön billig bitte, für die Hungernden sammeln wir est wieder am nächsten Sonntag.
Lang die Rede, kurz der Sinn: Das verantwortliche Gremium entschied sich für einen meiner drei Vorschläge: Bechstein Academy 116.

Klavier geöffnet

Das Wesen eines Klaviers in zwei Minuten. Oder: “Führen Sie mal vor, was wir da gekauft haben.”

An reichlich Klavierliteratur herrscht nun wahrlich kein Mangel. Doch nun möchten die geneigten SpenderInnen und ZuhörerInnen ja möglichst schon mit dem ersten Ton das gesamte Potenzial des Instrumentes erhören. Außerdem will Theiresias endlich einmal mit dem Vorurteil aufräumen, es gebe keine Klaviermusik für den sacralen Gebrauch. Daher wundert es nicht, dass er das Stück, welches am Sonntag nach der Widmung erklingen wird, ausgerechnet in einem Orgelband fand.
Wolfgang Stockmeier (Herausgeber des Bandes) legt hierin eine Bearbeitung eines kleinen Klavierstückes des tschechischen Komponisten Zdeněk Fibich (1850 – 1900) vor. Den Reigen der Seligen tanzen die Glücklichen, die beim Jüngsten Gericht (so der Name eines Bildes von Fra Angelico da Fiesole) direkt in den Himmel dürfen. Dieses Bild bearbeitet der Zeitgenosse Smetanas und Lehrer Franz Lehars in seinem Klavierzyklus Studien nach Bildern (op. 56). Die Komposition lebt durch surreale Harmonik, eine weite und sensible Dynamik und beide Varianten des Sechsertaktes. Sprich: Einen simplen Walzer tanzen die Engel im Himmel nicht. Das möge sich mancher Komponist so genannter neuer Lieder mal hinter die Ohren schreiben.

Das Jüngste Gericht

Der Vortrag dieses Stücks am 14. Juni bildet den ersten Teil eines Double-Features. Eine Woche später wird Theiresias die Orgelbearbeitung des Reigens im Rahmen der Songs of Praise zu Gehör bringen.

Wie kann man einer Gesellschaft die Fähigkeiten eines neuen Instrumentes noch vorführen? Ganz einfach, man bietet etwas dar, das nun wirklich jede und jeder im Ohr hat, quasi einen Entertainer, z. B. den von Scott Joplin.

Deckblatt der Erstausgabe von Joplins Entertainer

Von diesem Stück existieren ungezählte Varianten, die meistens nur zu dem Behufe erschaffen wurden, dem Vortragenden das Spielen zu vereinfachen, oder manchmal gar zu ermöglichen. Auf solche Kinkerlitzchen wird sich Theiresias natürlich nicht einlassen, am 14.06 lautet sein Motto: “Nur original ist legal!”

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Rettet die Warenhäuser

Verfasst von theiresias am 10. Juni 2009

Schließt Ebucht und Azamon die digitalen Türen und kauft lieber teuer bei Karlstadt. Denn was tun ohne Warenhäuser? Außerdem, Euer Mitleid kann sich das demnächst freigesetzte Personal an den Hut schmieren.

Eine andere Frage, werte Leserin, werter Leser: Haben Sie kürzlich einmal versucht, in irgendeiner der blühenden Innenstädte eine Dichtung für ihren Wasserhahn, ein Ausflusssieb, einen Hemdknopf oder ein Bügelbrett zu kaufen? Ist ihnen noch nie während des Frühjahrsputzes der Staubsauger verreckt oder lassen Sie den Dreck einfach liegen, bis sie das Geld an ihren Ebucht-Verkäufer überwiesen haben und dieser geruht, ihnen das superbillige Saugerschnäppchen 3 Tage später auch mal zu schicken? Brauchten Sie noch nie auf den letzten Drücker eine Badehose mit der man sich am Strand auch sehen lassen kann?
Wenn Ihnen diese oder ähnliche Szenarien unbekannt sind, dann können Sie Theiresias nicht verstehen. In Kürze werden die Hertie-Filialen dichtgemacht. Früher hieß Hertie in Minden an der Weser, hier verlebte Theiresias seine Kindheit, mal Karstadt. Die Filiale war jedoch zu klein, also wurde sie – wie viele andere – in Hertie umbenannt, um dann verramscht werden zu können, so dass man nun letztendlich den Laden einstampfen kann. Unvorstellbar, die ganze Jugend des blinden Sehers hätte ohne dieses Warenhaus nicht funktioniert
Nun will Theiresias hier in keine Kaufhausromantik verfallen. Im Gegentum. Er selbst scheut sogar oft den Gang zum Karlsruher Karlstadt, da er sich in dem verwinkelten Gebäude und den unterirdischen Katakomben regelmäßig verirrt und entweder fluchend oder nur unter dem Geleit eines freundlichen ihm bis dato völlig unbekannten Wesens das Tageslicht wieder erblickt. Trotz dieser Widrigkeiten empfindet er es als ein Stück Lebensqualität im Zentrum einer Stadt ein Warenhaus zu haben, durch das er auf dem Nachhauseweg nur mal ein wenig irren muss, um abends wieder Bügeln und am kommenden Morgen wieder anständig duschen zu können. Und deswegen gibt er hier auch gerne mal 2 Euronen mehr für eine CD, 15 Euronen mehr für einen Staubsauger und geschlagene 30 Euronen für eine Badeshorts hin.
Am Freitag wird Theiresias wieder zu Karlstadt laufen und sich neu einkleiden. Er braucht dringend eine neue Krawatte und ein neues Shirt, beides mit Pinguinmotiven bitte.

Schließt Ebucht und Azamon die digitalen Türen und kauft lieber teuer bei Karlstadt. Denn was tun ohne Warenhäuser? Außerdem, Euer Mitleid kann sich das demnächst freigesetzte Personal an den Hut schmieren.

Eine andere Frage, werte Leserin, werter Leser: Haben Sie kürzlich einmal versucht, in irgendeiner der blühenden Innenstädte eine Dichtung für ihren Wasserhahn, ein Ausflusssieb, einen Hemdknopf oder ein Bügelbrett zu kaufen? Ist ihnen noch nie während des Frühjahrsputzes der Staubsauger verreckt oder lassen Sie den Dreck einfach liegen, bis sie das Geld an ihren Ebucht-Verkäufer überwiesen haben und dieser geruht, ihnen das superbillige Saugerschnäppchen 3 Tage später auch mal zu schicken? Brauchten Sie noch nie auf den letzten Drücker eine Badehose mit der man sich am Strand auch sehen lassen kann?

Wenn Ihnen diese oder ähnliche Szenarien unbekannt sind, dann können Sie Theiresias nicht verstehen. In Kürze werden die Hertie-Filialen dichtgemacht. Früher hieß Hertie in Minden an der Weser, hier verlebte Theiresias seine Kindheit, mal Karstadt. Die Filiale war jedoch zu klein, also wurde sie – wie viele andere – in Hertie umbenannt, um dann verramscht werden zu können, so dass man nun letztendlich den Laden einstampfen kann. Unvorstellbar, die ganze Jugend des blinden Sehers hätte ohne dieses Warenhaus nicht funktioniert

Nun will Theiresias hier in keine Kaufhausromantik verfallen. Im Gegentum. Er selbst scheut sogar oft den Gang zum Karlsruher Karlstadt, da er sich in dem verwinkelten Gebäude und den unterirdischen Katakomben regelmäßig verirrt und entweder fluchend oder nur unter dem Geleit eines freundlichen ihm bis dato völlig unbekannten Wesens das Tageslicht wieder erblickt. Trotz dieser Widrigkeiten empfindet er es als ein Stück Lebensqualität im Zentrum einer Stadt ein Warenhaus zu haben, durch das er auf dem Nachhauseweg nur mal ein wenig irren muss, um abends wieder Bügeln und am kommenden Morgen wieder anständig duschen zu können. Und deswegen gibt er hier auch gerne mal 2 Euronen mehr für eine CD, 15 Euronen mehr für einen Staubsauger und geschlagene 30 Euronen für eine Badeshorts hin.

Am Freitag wird Theiresias wieder zu Karlstadt laufen und sich neu einkleiden. Er braucht dringend eine neue Krawatte und ein neues Shirt, beides mit Pinguinmotiven bitte.

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Fundsache: Lang Lang und Ballerspiele

Verfasst von theiresias am 1. April 2009

Manchmal findet Theiresias Zeitungen, die er als Informationssüchtiger natürlich umgehend liest. So auch vor ein paar Tagen in der S-Bahn. Dort lag das lokale Verdummungsblättchen, das mit einer kleinen Meldung die Leserschaft darüber unterrichtete, der Starpianist Lang Lang habe alle gewaltverherrlichenden Spiele von seiner Spielekonsole gelöscht. Die habe der Künstler früher gespielt, um sich zu entspannen. Natürlich versämte es die Qualitätszeitung nicht, die Spielekonsole exakt beim Produktnamen zu nennen.
Theiresias fand bis jetzt eigentlich immer das Klavierspielen sehr entspannend, wird sich aber jetzt gewaltverherrlichende Spiele anschaffen.

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Humorgelkonzert

Verfasst von theiresias am 21. Februar 2009

Orgel der Stadtkirche Durlach mit Feuerwerk (Montage)

Es wird zu wenig gelacht, insbesondere in sakralen Räumen. Besonders schlimm scheint Theiresias dieser Umstand in Baden zu sein. Was helfen da Choräle wie “Der Gottesdienst soll fröhlich sein.” Solch Ermahnung stört die/den gemeineN GottesdienstbesucherIn an sich überhaupt nicht, dafür ist die Angelegenheit schließlich zu ernst.

Machen Sie da mal einen Witz über Kirchenlieder (”Wie lautet das Lied aller Nassrasierer?” “Oh Haupt voll Blut und Wunden.”); Sie ernten nur finstere Blicke und Ihre Exkommunikation wird sofort in Angriff genommen.

Man kann daher grandiose innerkirchliche Humor- und Unterhaltungsinitiativen nicht oft genug rühmen und möchte sie so manchem Gesellen gerne verordnen.

Unterhaltung auf höchstem Niveau wird heute Abend erneut in der Stadtkriche Durlach geboten. “Heiter bis rauschend” wird die Musik auf der 250 Jahre alten Stumm(/Goll)-Orgel vorgetragen. Nach einem Blick in das Programm bekommt Theiresias den Verdacht, dass Bezirkskantor Johannes Blomenkamp in diesem Jahr ein noch gewaltigeres musikalisches Feuerwerk veranstalten möchte als im letzten Jahr.

Unbedingte Hörempfehlung!

21. Februar 2009, 20:00 Uhr, Ev. Stadtkirche Durlach

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Volkstümliches für den Abend

Verfasst von theiresias am 21. Februar 2009

Das Krätzchen ist nicht nur ein putziges Haustier auf dem Kontinent Zamonien und spielt eine entscheidende Rolle in Walter Moers letztem Roman Der Schrecksenmeister, es ist vor allem den BewohnerInnen einer gewissen Rheinmetropole als Gesangsform aus der Eckkneipe oder von der Karnevalsbühne bekannt. Kurze in kölscher Mundart verfasste Liedchen, die sich meistens reimen und mit einer obligatorischen Schlusspointe enden. Diese funktioniert nicht selten über einfache Sprachverdreher.
Dieser Form gleicht eine andere Gesangsform aus dem Bajuwarischen: das Gstanzl. Dieses fällt jedoch oft noch knapper aus. Zumeist Vierzeiler im Dreiviertel Takt gspritzig mit der Quetschen (der Zieharmoniker) vorgetragen.

Im Jahr 2006 zeichnete der Westdeutsche Rundfunk erstmals eine Veranstaltung auf, bei der diese beiden Formen aufeinandertrafen. Eine Kölner Rockband, die das Krätzchen für sich wiederentdeckt hatte, und ein urbayrisches Gstanzl-Duo traten den musikalischen Wettstrett an, um doch letztlich in einem “Gstanzl-Krätzchen-Crossover”, wie sie es nannten, zueinander zu finden. Als Mittler zwischen den Welten diente Wolfgang Jaegers, der dem rheinischen Publikum die Gstanzl in Kölsche Zung übersetzte und somit unbestritten der Star des Abends war.

Nun scheint es, wenn man den Mediendaten des Pressedienstes trauen darf, eine Neuauflage des Programms zu geben. Doch selbst wenn heute Abend um 20:05 Uhr auf der fünften Welle noch einmal der Mitschnitt aus 2006 ausgestrahlt wird, ist das auf jeden Fall hörenswert.

Eine Sendung für die, die Freude am Sprachwitz haben, Derbheiten schätzen und die vielen Dialekte der deutschen Sprache lieben.

Samstag, 21.02.2009, 20:05 Uhr, WDR 5 (Live-Stream MP3 128 kb/s)

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Georg Philipp Telemann: “Was ist mir doch das Rühmen nütze?”

Verfasst von theiresias am 14. Februar 2009

Sonntag, 15. Februar 2009 um 10:00 Uhr in der Evangelischen Kirche Hohenwettersbach

Georg Philipp Telemann (1681 – 1767)
Was ist mir doch das Rühmen nütze (2. Kor 12, 1-9)
Kantate zum Sonntag Sexagesimä für Singstimme, Traversflöte und Basso continuo

Songs of Praise

Kalrsruhe hört Telemann!
Logo des Badischen KonservatoriumsUnter diesem Motto erklingt neunmal in diesem Krichenjahr eine Solo-Kantate aus dem Zyklus Der Harmonische Gottesdienst von Georg Philipp Telemann; jeweils in einer anderen Gemeinde des Kirchenbezirks. Wir KirchenmusikerInnen werden dabei tatkräftig von SchülerInnen des Badischen Konservatoriums unterstützt, welche die Instrumentalstimmen übernehmen.

Wenn die Kantate in der kleinen Dorfkirche in Hohenwettersbachn erklingt, so geschieht dies ganz im Sinne der vom Komponisten ursprünglich beabsichtigten Weise. Werfen wir hierzu einen Blick auf das Titelblatt der Erstausgabe des Harmonischen Gottesdienst aus dem Jahr 1725/26.

Titelblatt des der Erstausgabe des Harmonischen Gottesdienst

Dort heißt es:

Harmonischer
Gottes-Dienst
oder
geistliche
C A N T A T E N
zum allgemeinen Gebrauche/
welche/
zu Beförderung so wol
der Privat – Haus-
als öffentlichen
Kirchen – Andacht/
auf die gewöhnlichen Sonn- und fest-täglichen
Episteln durchs ganze Jahr
gerichtet sind,
und aus einer Singe-Stimme bestehen / die entweder von
einer Violine, oder Hautbois, oder Flöte traverse, Flüte à bec,
nebst dem Generalbasse, begleitet wird;
Auf eine leichte und bequeme Ahrt also verfasset / daß nicht
allein die, so zur Aufführung der Kirchenmusic gesezet sind, und vor allem
diejenigen / so sich nur weniger Gehülfen darben zu bedienen haben / solche musisch gebrau-
chen können / sondern auch denen zur geistlichen Ergeblichkeit / die ihre Haus-Andacht musikalisch
zu halten pflegen / wie nicht weniger allen / die sich im Singen / oder im Spielen
auf gedachten Instrumenten üben / zur Erlangung
mehrerer Fähigkeiten;
In die Music gebracht, und zum Druck befördert
von
Georg Philipp Telemann

Die “einfache Ahrt” hindert Telemann nicht, effektreiche Musik zu komponieren.  Hierzu reduziert er zunächst  das Textmaterial radikal. Nicht erst durch die Vertonung, sondern bereits durch die Texteinrichtung findet eine Interpretation der ursprünglichen Verse statt. Die Konstruktion des Textes ist derart archetypisch, dass man diese in jedem Deutschbuch im Kapitel zum Barock abdrucken könnte. Sobald die ersten beiden Zeilen verklungen sind, ist das thematische Programm nahezu in Gänze bekannt:

Was ist mir doch das Rühmen nütze?
Bloß meiner Schwachheit rühm’ ich mich.

Auch musikalisch bleibt kein Zweifel daran offen, dass in dieser Kantate gewissermaßen das Lob der Schwachheit besungen wird. Deren positive Konnotation inszeniert Telemann indem er die eigentlich in Moll gehaltene
Arie bereits nach wenigen Takten zur Dur-Parallele wendet.
Lapidar gesprochen folgt danach alles, was wir aus dem Barock kennen (und doch auch irgendwie schätzen): Im Mittelteil wird der “eitle Stolz” verflucht. Vanitas soweit das Ohr hört. Die Flöte, die bis zu diesem Punkt mit der Singstimme unisono lief, beschießt den Stolz mit spitzen Pfeilen in Form kleiner 16tel Noten.

Nach der Eingangsarie zieht sich die Flöte zunächst komplett zurück. Im Mittelpunkt des folgenden Rezitativs und des anschließenden Ariosos steht das Bibelwort. Dessen Inhalt wird dem durch die Eingangsarie gesetzten Thema gemäß angeglichen:

Wer bist du, Mensch, und was sind deine Gaben,
die wir zudem nicht eigentümlich haben
und die der Herr uns mehr geliehen als gegeben?
Willst Du dich deren überheben?
Soll dich ein andrer Mensch mehr preisen, mehr erhöhn’?
Als man doch von dir hört und als wir an dir seh’n?
Nur Schwachheit fühlst du ja so inn- als äußerlich
und dieser rühme dich!
Wirft sich vor Gott die Demut nieder,
ach, seine Huld erhebt sie wieder.
Erhebe du nur auch dich selber nicht!
Bleib immer schwach und klein,
so wirst du stark und groß in Gottes Augen sein.
Er wird den Mangel selbst zu deinem Vorteil fügen.
Und hör’, wie weislich, liebreich, prächtig er zu dir spricht:

Das Arioso übernimmt aus dem eigentlichen Bibeltext einen Vers unverändert, da hier Gottes Wort direkt wiedergegeben wird. Offensichtlich wollte Telemann nicht des Höchsten Copyright verletzen.

„Lass dir an meiner Gnade g’nügen;
denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“

Dramaturgisch bildet diese Gnadenzusage den Höhepunkt der Kantate. In der letzten Nummer dem Siritoso erwächst daraus die Conclusio: “Gottes Kraft erhebt die Schwachen”. Die Flöte tritt hinzu. Diesmal nicht unisono mit der Gesangsstimme, vielmehr im Dialog mit dieser. Der Solist übernimmt das musikalische Motiv, welches von der Flöte vorgestellt wird. Immer wieder fällt der Sänger in das Spiel der Flöte ein und umgekehrt, um letztendlich in effektreichen Intervallen wieder zusammen zu finden. Das Cello vollführt derweil einen ganz eigenen Freudentanz.

Die Kantaten aus dem Harmonischen Gottesdienst ähneln sich in Form und Aufbau. Trotz ihrer minimalistischen Bauform und Ausstattung sind sie graziös gearbeitet und bringen für MusikerInnen und HörerInnen einige Leckerbissen mit sich. Telemann selbst deklarierte sie, wie oben gelesen, u. a. als Musik für den Hausgebrauch. In der Postpostmoderne erwächst daraus die Frage nach der Verfügbarkeit der Kantaten als Tonträger oder Notenmaterial. Es gibt diverse Einspielungen, die aber meistens nicht komplett sind und somit vielleicht im Telemannschen Sinne zur “Hausandacht” nicht taugen. Meinen Geschmack treffen die meisten davon nicht. Zum Selbstmusizieren besteht hingegen reichlich Gelegenheit. Im Bärenreiter-Verlag sind diverse Ausgaben des Zyklus erschienen. Wer es gern historisch mag, dem sei unbedingt ein Blick in die digitalisierte Erstausgabe empfohlen, welche von der Dänschen National Bibliothek zur freien Verfügung bereit gestellt wird.

Für Bewohner aus Karlsruhe & Hinterland besteht natürlich noch mehrmals die Gelegenheit, eine Kantate im Gottesdienst zu hören. Alle kommenden Termine finden Sie unter www.kirchenmusik-karlsruhe.de.

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Theiresiasweb entschleunigt

Verfasst von theiresias am 14. Februar 2009

Hochvererte Leserinnen und Leser,

hier war in den letzten Wochen mau. Aber ist es denn nicht mal angenehm, wenn es jemand unterlässt, mit banalen Fehlern um sich zu schmeißen. Bei Niggemeier und Bildblog.de dokumentieren sie derzeit akribisch den belanglosen Blödsinn, den Deutschlands quantitative Leitmädchen, öhhh Leidmedien öhhh … ach, sie wissen schon was ich meine, derzeit um einen frisch rausgepressten Wirtschaftsminister und einen Fußistar verbreiten.

Also bevor mir so etwas passiert, halte ich doch lieber mal zwei Monate die Klappe …

Aber morgen gibt es was zu lesen, denn Karlsruhe hört Telemann! und Theiresias sorgt dafür, dass Karlsruhe hören kann. Alle Fans der barocken Musik müssen am Sonntag also hier vorbei schauen, denn dann antwortet Theiresias auf die Frage: “Was ist mir doch das Rühmen nütze?”

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Hörspielempfehlung: Stanislaw Lem: Test

Verfasst von theiresias am 13. Februar 2009

Stanislaw Lem gehört seit circa zwei Jahren zu Theiresias Lieblingsautoren. Lems Texte überzeugten den fanatischen Star Trek Fan davon, dass er bis dato eigentlich nur Science-Fiction-Schund konsumiert hatte. Theiresias hält Lems fiktionalisierte (oft parodierende) Wissenschaftsdiskurse für die klügste Belletristik der letzten Jahrzehnte. Morgen um 00.05 Uhr läuft im Deutschlandfunk die bemerkenswerte Hörspielbearbeitung von Lems Test. Zudem eine seltene Ausstrahlung einer Produktion des schweizer Radios.

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