www.theiresiasweb.de

die dinge mit den augen des blinden sehers

Anmoderation

Geschrieben von theiresias - 26. Februar 2012

Sie erleben jetzt ein Musikstück. das so lange dauert wie es heißt.
Sie erleben ein Stück Musik, das für einen oder beliebig viele Musiker komponiert wurde.
Im Jahr 2004 führte beispielsweise das BBC Symphony Orchestra das Stück auf.
Zu dieser Komposition existiert eine Partitur, die man beim Peters-Verlag für 9,80 € erwerben kann. Ich kann mir vorstellen, dass die ein oder der andere vielleicht danach einen Blick hineinwerfen möchte. Ich lege sie Ihnen, nachdem ich das Stück für Sie interpretiert habe, hinten aus.
Die drei Sätze, aus denen das Werk besteht, heißen: Tacet – Tacet – Tacet. Er, sie, es schweigt. Hören Sie nun von John Cage Vier Minuten Dreiunddreißig. Viel Vergnügen.

Veröffentlicht in Kurz notiert, Musik | Getaggt mit: , | Kommentar schreiben »

JAZZPEL – Weniger ist mehr

Geschrieben von theiresias - 24. Februar 2012

26. Februar 2012, Ev. Kirche Hohenwettersbach
Beginn: 18:00 Uhr
Musikalisches Vorprogramm ab 17:45 Uhr

Weniger ist mehr. Musiker aller Epochen und Stile treibt bis heute diese Frage um. Bis ins 20. Jahrhundert beschränkten sich Komponisten immer selbst, d. h. jedes Werk folgte – zumindest im Kern – einer in seiner jeweiligen Zeit konzeptionellen Grundidee. So ist beispielsweise die Fuge (nicht erst seit Bach) eine Form, bei der aus einer überschaubaren Anzahl von Tönen und einer überschaubaren Anzahl von Regeln, wie diese Töne zu verwenden sind, eine hochkomplexe Musik entstehen kann. Im zwanzigsten Jahrhundert entstanden Musikformen wie die Minimal Music, die mit noch weniger als einer überschaubaren Anzahl von Tönen arbeiteten.

Gerade die Frühformen des Jazz wie Ragtime, Blues und Swing zeugen davon, wie mit wenigen musikalischen Mitteln facettenreiche Musik entstehen kann. Aus einer simplen Basslinie oder einer kleinen Melodie entsteht so ein mehrminütiges Musikstück. So auch in dem von Paul Desmond ursprünglich für das Dave-Brubeck-Quartett erdachten Stück Take Five, das inzwischen als Quasi-Jazzstandard gilt. Es besteht aus zwei Melodieteilen, von denen der erste durch den Spieler des Melodieinstruments im Verlauf des Stückes improvisatorisch verändert werden muss. Mit dieser Nummer in einer Orgelversion soll der Jazzpel-Gottesdienst am 26. Februar eröffnet werden. Jede der oben erwähnten Urformen des Jazz wird im weiteren Verlauf des Gottesdienstes mindestens einmal anklingen. Auf dem Programm stehen dabei Klavier-Kompositionen des „King of Ragtime Writers“ Scott Joplin (Reflection Rag), aber auch Jazz-Nummern, die originär für die Orgel geschrieben wurden (u. a. Ralf Bölting: A Rag).
Im Mittelpunkt des musikalischen Geschehens steht ein Werk, das wie vielleicht kein zweites in der Musikgeschichte, die Frage aufwirft, ab wann nehmen wir Musik als Musik wahr? – John Cage: Vier Minuten dreiunddreißig.
Wie gewohnt, gibt es auch diesmal wieder neue Lieder zu entdecken, aber auch ein „altes“ wieder zu entdecken. So bietet das Evangelische Gesangbuch seit vielen Jahren die Möglichkeit, das Vater unser im Kalypso-Rhythmus zu beten. Auch das wollen wir während des kommenden JAZZPEL wagen.

Im Vorprogramm und während des Gottesdienstes erklingen im Einzelnen folgende Stücke:
Michael Schütz (* 1963):

  • Step by Step
  • Questions, Interpretation durch den Komponisten auf youtube
  • The Dreamer, Interpretation durch den Komponisten auf youtube
  • Relax (Blues), Interpretation durch den Komponisten auf youtube

Paul Desmond (1924 – 1977): Take five (Bearbeitung Haake)

John Cage (1912 – 1992): 4´33´´

Johannes Matthias Michel (* 1962): Impromtu (Swing)

Scott Joplin (ca. 1868 – 1917): Reflection Rag

Ralf Bölting: (* 1953): A Rag

Veröffentlicht in Karlsruhe & Hinterland, Musik, Orgel | Getaggt mit: , , , , , , , | Kommentar schreiben »

Theiresias feiert Fasching I: Wirtschaftsfasching im Meeting Point

Geschrieben von theiresias - 17. Februar 2012

Quetschkommode, Schifferklavier, Ziehharmonika oder Akkordeon. Dieses Instrument hat viele Namen und sein Ruf ist nicht der beste. Zu Unrecht, wie Götz Fritsch mit einem Hörspiel bewiesen hat. Zum musikalischen Juxen gibt es gar kein günstigeres Instrument. Man hängt es sich um den Bauch, füllt damit, je nachdem wie stark man zieht, auch große Räume und die Grundbässe und Grundharmonien (Dur, Moll, Septakkord) lassen sich bequem über Knöpfchen bedienen. Damit gelingt manchmal auch noch berauschendes Unterhalten, wenn man selbst schon berauscht. Ein Glas Wein oder ein Bier gehört beim Geselligen Musizieren auch dazu.

Hierzu lädt heute der Meeting Point in Rheinstetten Mörsch. Im letzten Jahr haben wir hier in Loser Besetzung musiziert: Trompete, Posaune, Horn und was halt sonst so da war. Wer in diesem Jahr sein Instrument mitbringt, wird sich erst heute Abend offenbaren. Hervorragendes Bier läuft aus dem Hahn, ab ca. 20:00 Uhr bin ich da … natürlich mit Instrument …

Veröffentlicht in Karlsruhe & Hinterland, Kurz notiert, Musik | Getaggt mit: , , , , | Kommentar schreiben »

Gebrauch von Apple Produkten langfristig schädlich

Geschrieben von theiresias - 15. Januar 2012

Ich habe hier glaube ich noch nie davon geschrieben, dass ich seit einigen Jahren verstärkt Computer und Kleingeräte der Firma Apple benutze. Nun ist es aber definitiv Zeit, dies nachzuholen, denn der Gebrauch von Software und Hardware aus diesem Haus hat in meinem Fall zu geistiger Verarmung und infantilem Produktvertrauen geführt. Mit folgendem Szenario scheiterte ich heute grandios:

Ich brauche regelmäßig Dokumente (zumeist Ablaufpläne), die ich per Mail erhalte und in denen ich mir gerne Dinge farblich hervorhebe. Danach drucke ich sie aus und packe sie in mein Aktenköfferchen. Oft werden dann kurz vor Beginn der Veranstaltung Zusammenhänge geändert oder Programmpunkte umgestellt. Dies ergänze ich handschriftlich.
Mein Plan war dieser: Da ich mich bei dererlei Arbeitsabläufen sowieso der Standardsoftware des Computerkonzerns bediene (Mail und als Textverarbeitung Pages) jage ich diese Dokumente künftig in die iCloud und habe sie dann auf meinem Eitopf patsch zur Hand. Ein Vorteil für mich: Mit der standardmäßig mitgelieferten Vergrößerungssoftware des Eitopf kann ich die Schriftstücke auch noch angenehm lesen. Auch mit meiner mir selbst oft unleserlichen Handschrift müsste ich mich folglich nicht mehr rumärgern. Kommt ein Dokument, öffne ich es auf meinem Macbook in Pages, ergänze es, peppe es farblich auf, dass ich auch ja keinen Einsatz verpenne, und benutze dann das Menü Bereitstellen um es in die iCloud zu schießen.

Allerdings hatte ich die Rechnung ohne die genialen Apple-Entwickler gemacht, die es obsolet finden, die hauseigene Office-Suite unter Mac OS 10.7 mit einer automatisierten Anbindung an den hauseigenen Cloud-Service auszustatten.

Veröffentlicht in Computer, Kurz notiert | Getaggt mit: , , , | Kommentar schreiben »

JAZZPEL – Musik, Wort Anstöße

Geschrieben von theiresias - 15. Oktober 2011

Jazzpellogo web

Sonntag, 16. Oktober 2011, Ev. Kirche Hohenwettersbach
zum Thema
“Was heißt glauben?”

Musikalisch nähern wir uns dieser Frage zunächst einmal beschwingt. „Step by step“ lautet der Titel eines Pop-Arrangements von Michael Schütz, der ebenfalls eine „Happy Hour“ für Orgel aufgeschrieben hat. Diese leichtfüßige Popmusik entstand über Jahre hinweg aus Formen des Jazz, aber auch des Spirituals, das in einer rein instrumentalen Fassung mit zwei Klassikern des Genres zu hören sein wird. Die Texte der Spirituals beschreiben häufig Glaubenserfahrungen (Amazing Grace) und die Sehnsucht nach dem so fern scheinenden Paradies (Deep River). Eine Sehnsucht die sich u. a. historisch durch reale Unterdrückung begründet. Der amerika-affine Organist und Komponist Hans Uwe Hielscher (38 Tournéen in 40 verschiedenen US-Staaten) hat diese Lieder in eine reine Tonsprache überführt, in der Berdrängnis und Unterdrückung in höchste musikalische Freuden aufgelöst werden. Ebenfalls während der Unterdrückung, in diesem Fall durch die Nationalsozialisten, schreibt der Theolge Dietrich Bonhoeffer um die Jahreswende 1944/45 in einen Brief ein Gedicht voller Trost und Zuversicht, die ihren Grund – trotz größter persönlicher Anfechtung – in dem Glauben an den dreieinigen Gott finden. Wir werden „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ in seiner nicht unumstrittenen Vertonung gemeinsam singen.

Veröffentlicht in Musik, Religion | Getaggt mit: , , , , , | Kommentar schreiben »

Karlsruhe: Musik zur Kombilösung oder Schilder einer Baustelle

Geschrieben von theiresias - 24. September 2011

Multimedia ist eine sehr alte Sache, wie ich schon an anderer Stelle auf dieser Seite nachzuweisen versucht habe. Insbesondere Komponisten mühten und mühen sich um die Transformation von Gemälden in Musik. Für Theiresias eine feine Sache, wurde ihm der Zugang zu ersteren nachhaltige durch die Lehrkörperin einer höheren Bildungsanstalt versalzen.

Zurück zur Sache: Modest Mussorgski komponierte nach einem Besuch einer Ausstellung seines zuvor verstorbenen Freundes Viktor Hartmann den Zyklus Bilder eine Ausstellung, in dem sich jeder Satz Mussorgskis mit einem Bild bzw. einer Zeichnung Hartmanns befasst. Ursprünglich für Klavier verfasst, wurde der Zyklus sehr schnell für viele andere Instrumente bearbeitet. Die vermutlich Berühmteste Verarbeitung dürfte die Orchesteradaption von Maurice Ravel sein. Insgesamt drei Bearbeitungen zählen die Autoren des Wikipedia-Artikels für die Orgel. Ob Carsten Wiebusch, Kantor der Christuskirche Karlsruhe, eine dieser Fassungen verwendet, oder ob er die Klavierfassung mit dem neuen Instrument der Christuskirche “orchestriert”, wie er es zuvor schon mit anderen Werken der Klavierliteratur getan hat, wird sich höchst wahrscheinlich wieder aus einer der sehr prägnanten und gut hörbaren Konzerteinführungen des Christuskirchen Kantors erfahren lassen.

Konzertbeginn ist 18:00 Uhr.

Übrigens gibt es heute Abend auf SWR 2 die Möglichkeit, die Klavier-Fassung schon einmal “vorzuhören”. Sie erklingt ab 20:03 Uhr in einem Konzert mit der Pianistin Anna Vinnitskaya.

Veröffentlicht in Karlsruhe & Hinterland, Kurz notiert, Musik, Orgel | Getaggt mit: , , , , , | Kommentar schreiben »

Kurze Filmkritik: Blinde im Netz

Geschrieben von theiresias - 16. September 2011

Wie können Sehbehinderte oder Blinde ihre Themen in visuellen Medien, insbesondere dem Fernsehen, präsentieren, obwohl ihnen das mediale Sujet unzugänglich ist? Die Antwort scheint trivial, ist aber leider die Ausnahme: Mit einem Team, das durch die Behinderung bedingte Auffälligkeiten nicht zur Schau stellt, sondern diese mittels der Filmsprache bricht. Andererseits sind auch die Personen vor der Kamera gefordert. Sie müssen sich gemäß den ästhetischen Konventionen des Mediums Fernsehen verhalten und dabei unter Umständen Bewegung vollziehen oder Haltungen einnehmen, die für sie intuitiv nicht unbedingt nachvollziehbar sind. All dies ist den Machern des Elektrischen Reporters und den beiden Protagonisten Janine Zehe und Heiko Kunert im Beitrag über Blinde im (Social-)Web mit Bravour gelungen.

Zehe und Kunert feiern das Web als Hort der unbegrenzten Möglichkeiten und vergleichen diese mit der Zeit, in der sie ihren Alltag ohne Internet gestalten mussten. Früher konnte eine Zeitung nicht direkt gelesen werden. Früher war ein Einkaufsbummel im Alleingang nicht denkbar. Früher war die private Korrespondenz nie privat, weil immer jemand mitlesen musste, damit man selber lesen konnte. Heute löst das Nachrichtenportal im Netz die Zeitung ab. Heute ist das Internet selbst eine einzige Einkaufsstraße. Heute ist der Computer die Schreibmaschine und der Vorleser, der – bei richtiger Benutzung – nichts ausplaudert. Braillezeile und Sprachausgabe machens möglich.
Das Argumentationsschema “früher heute” greift der TV-Reporter Daniel Bröckerhoff ironisch auf. In kleinen Bildrahmen, die in das aktuelle Bild eingeblendet werden, sind Filmausschnitte zu sehen, die den gesprochenen Text des Beitrags karikieren; sämtlich auf alt getrimmt. Kurz bevor Kunert davon erzählt, dass viele Menschen seiner Meinung nach noch nicht genug über das Leben blinder Menschen wüssten und warum er dagegen anschreibe, hängt er wie ein alter Revoluzzer einen hübsch gerahmten Ausdruck seiner eigenen Internetseite an eine Hauswand. 
Die Schattenseiten dieser schönen neuen Welt benennt der Beitrag schnörkellos: “schlechte Programmierung und rücksichtsloses Design”. Symbolisch läuft Kunert auf eine verschlossene Gitterpforte zu und hält danach einen Bildrahmen in der Hand, der die mediale Ausgrenzung noch einmal anders zeigt. Sie wird zum Schluss visuell ad absurdum geführt: Kunert schreibt einen Beitrag seines Blogs einmal so, dass nur er und seine Schwestern und Brüder im Visuellen ihn lesen können; auf einer Punktschrift-Schreibmaschine.

 

Veröffentlicht in Kritik, Low Vision, Medien | Getaggt mit: , , , , , , | Kommentar schreiben »

Theiresias spielt bei Orgel Kreativ Karlsruhe

Geschrieben von theiresias - 15. September 2011

Die Durlacher Orgelnacht, die seit geraumer Zeit alljährlich in der Stadtkirche an der Stumm/Goll-Orgel stattfindet, bringt Orgelmusik unterschiedlichster Couleur zu Gehör. Vom Frühbarock bis zur Gegenwart erklangen hier vermutlich schon fast alle erdenklichen Genres. Mal Orgel solo, mal als Begleitinstrument mit den kuriosesten Partnern wie Saxophon oder Schlagzeug. Dieses Veranstaltung nahmen sich die Organisten der Johanniskirche vermutlich zum Vorbild und luden unter dem Motto OK! – Orgel Kreativ alle nebenamtlichen KollegInnen auf den 23. September zur Langen Nacht der Nebenamtlichen Organisten und ihrer Gäste ein.

Orgel Kreativ! Lange Nacht der nebenamtlichen Organisten und ihrer Gäste - Freitag 23. September 2011, 20 Uhr bis in die Nacht - Johanniskirche, Werderplatz Karlsruhe

Jede und jeder, die oder der Lust hat mitzumachen, soll knapp eine halbe Stunde musizieren. Die Programmgestaltung liegt dabei ganz bei den Ausführenden. Dabei sei alles, was sich abseits der Pfade gängiger Orgelliteratur bewege, sowie Eigenkompositionen, Arrangements und Improvisationen besonders willkommen, schreiben die Initiatoren in ihrer Einladung.

Wie viele andere habe auch ich für diesen Abend ein Programm mit Unterhaltungsmusik zusammengestellt. Die Pfade der Orgelliteratur verlasse ich dabei allerdings nicht. Im Gegenteil: Mit den gewählten Stücken möchte ich wieder einmal dem Klischee entgegentreten, Kirchenmusik sei, steif, ernst bis unzugänglich. Unzählige kirchenmusikalische Werke wurden mit der Absicht komponiert, Freude zu stiften. „Der Gottesdienst soll fröhlich sein” lautet der Titel eines der Eingangslieder im Evangelischen Gesangbuch. Einer dieser immer wieder fröhlichen Gottesdienste ist der Traugottesdienst. Das Eingangsstück zu Fanny Hensels Hochzeit sollte eigentlich ihr Bruder Felix Mendelssohn komponieren, der zu dieser Zeit in England weilte. Da der Herr allerdings bis zum Vorabend der Hochzeit nicht geliefert hatte, verfasste sie am Polterabend selbst ein Präludium. Mit diesem werde ich mein Programm eröffnen.
Einen wichtigen Teilbereich der kirchlichen Orgelmusik bilden Stücke, die Kirchenlieder verarbeiten. Ob es nun ein Marsch, ein Blues, eine Toccata, eine Fuge oder weiß der Kuckuck ist, aus einer simplen Melodie entstehen höchst unterschiedliche Musikstücke. Ein Komponist, dem gefühlt keine Spielart fremd zu sein scheint, ist Carsten Klomp, Als Bearbeitungsvarianten wählt er musikalische Formen vom Barock bis zur Gegenwart, konzentriert sich dabei allerdings auf die Spielarten, die in der Kirchenmusik im deutschsprachigen Raum eher untypisch sind. So klingt eine seiner Bearbeitungen wie ein Blues, eine andere wie ein Abschnitt aus einem Ballett von Tschaikowsky. Seine Bearbeitung zu „Herr Jesu Christ, Dich zu uns wend” kommt daher wie der Eröffnungs- oder Schlusssatz aus einem Concerto grosso.Ähnliche kompositorische Wege beschreitet Susanne Kugelmeier, vielleicht nur etwas konservativer. Der vielleicht stereotypste Popsong, der derzeit im Evangelischen Gesangbuch steht, ist Martin Gotthard Schneiders „Danke für diesen guten Morgen.” In ihren Variationen über das Lied geht die Komponistin über die Formensprache des frühen 19. Jahrhunderts nicht hinaus. Dieser restriktive Ansatz macht das Lied wieder neu und gut hörbar.

Theiresias spielt ab ca. 22:45 Uhr folgendes Programm:

Fanny Hensel, geb. Mendelssohn-Bartholdy (1805-1847)
Präludium in F-Dur

Carsten Klomp (* 1965)
Herr Jesu Christ, dich zu uns wend

Fanny Hensel (1805-1847)
Präludium in G-Dur

Johann Sebastian Bach (1685-1750)zugeschrieben
Fuga in G, BWV 577

William Wolstenholme (1865-1931)
Allegretto

Susanne Kugelmeier (* 1962)
Variationen über „Danke für diesen guten Morgen“

Das komplette Programm und alle Beteiligten finden Sie unter www.orgelkreativ.de.

Veröffentlicht in Karlsruhe & Hinterland, Musik, Orgel | Getaggt mit: , , , , , | Kommentar schreiben »

Nachmal “Danke”

Geschrieben von theiresias - 23. Juli 2011

 

Vier-Orgel in Rintheim

Vor einigen Wochen spielte ich in der Ev. Kirche Hohenwettersbach anlässlich des 60 Geburtstages des Danke-Liedes, die Variationen über “Danke” von Susanne Kugelmeier. Da wir uns ja gewissermaßen im Jubiläumsjahr befinden, nehme ich die Stücke  morgen mit in die Ev. Kirch Zum Guten Hirten, Karlsruhe Rintheim. Bis auf die Pavane werden alle Variationen zu hören sein. Gottesdienstbeginn ist um 10 Uhr. Herzliche Einladung.

Hier nochmal ein paar erläuternde Worte zum Lied, dessen Entstehung und der Bearbeitung für Orgel.

Veröffentlicht in Karlsruhe & Hinterland, Kurz notiert, Musik | Getaggt mit: , , , , , | Kommentar schreiben »

Für Spießer und Blockwarte

Geschrieben von theiresias - 6. Juli 2011

Lieber Nachbarsmensch, mir unbekannt,

folgende Situation kennen Sie natürlich nicht. Sie kommen nach Hause und vergessen die Post mit hochzunehmen. Das brauchen Sie ja auch nicht kennen, das macht vermutlich Ihre Alte für Sie. Ich befand mich nun aber vorhin, 23:25 Uhr in dieser misslichen Lage und dachte mir: “Es geht nicht an, dass Du 1000 Mal am Tag Deine Twitter-Timeline durchsiehst und dann nicht schaust, was im Briefkasten liegt.” Mein Weg nach unten führte mich latent an der Küche vorbei und ich entsann mich des fast vollen Müllbeutels, der mich zu meinem nächsten Gedanken führte: “Wenn Du eh runtergehst, nimm ihn doch gleich mit.” “Gesägt, getun, getan”, um mit Onkel Hotte zu sprechen. Nachdem ich das Haus verlassen hatte, schlich ich feengleich zu den Entsorgungsbehältern, lüftete den Deckel, lies das Entsorgungsgut behutsam hineingleiten und senkte den Deckel sanft hinab. Ein leises plopp. Während ich darauf von Dannen schlich, vernahm ich Ihre dialektal stark gefärbten Worte, die ob der Nichtbeherrschung des Badischen seitens meiner geneigten LeserInnen hier im hochdeutschen, und da dadurch stark verfremdet, in indirekter Rede wieder gegeben werden: Was seien das für Menschen und was trieben sie den ganzen Tag, dass sie Nachts um halb Zwölf den Müll runterbrächten? Diese Frage ist grammatikalisch schlecht wiedergegeben. Aber, lieber werter Herr, ich bemühe mich sehr, Ihrer Sprechhaltung gerecht zu werden.

Ich hoffe die Lektüre des Theiresiasweb, kann Ihnen den Menschen näher bringen, der da zum Mülleimer schlich, ohne Sie werter Herr stören zu wollen. Wenn Sie dererlei allerdings derart anficht, suchen Sie bitte eine Therapeutin oder einen Therapeuten auf, denn ich gelobe keine Besserung.

Von Blockwart zu Blockwart grüßt so grimmig wie Sie grunzten Ihr

Theiresias

Veröffentlicht in Kurz notiert, Lifesteil, Offene Briefe zum Selbstabholen | Getaggt mit: , , , , | Kommentar schreiben »